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Devisen und Rohstoffe:Pfund erneut unter Druck

Die wieder wachsende Furcht vor einem chaotischen EU-Ausstieg Großbritanniens belastet das Pfund Sterling. Eine starke Kurskorrektur ist bei der ältesten Cyberwährung Bitcoin zu beobachten.

Die wieder wachsende Furcht vor einem chaotischen EU-Ausstieg Großbritanniens bereitet der Erholung des Pfund Sterling ein vorläufiges Ende. Die Währung verbilligte sich am Montag um 0,5 Prozent auf 1,2513 Dollar. "Das britische Unterhaus hat bisher überdeutlich gemacht, dass es einen 'harten' Brexit nicht will", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Das kann sich graduell ändern, wenn erst einmal Boris Johnson Tory-Chef und Premierminister ist." Der ehemalige Außenminister gilt als aussichtsreichster Kandidat im Rennen um die Nachfolge von Theresa May in beiden Ämtern, dessen Ergebnis kommende Woche bekanntgegeben werden soll. Johnson will sein Land zum 31. Oktober aus der EU führen - mit oder ohne Vertrag über die künftigen Beziehungen. Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, taxiert die Wahrscheinlichkeit eines chaotischen Brexit auf 50 Prozent. Schließlich seien sowohl in London als auch in Brüssel im August Parlamentsferien. "Anfang September sind es dann nur noch zwei Monate bis zum Austrittstermin. Wenig Zeit, um die Probleme zu lösen, die nach über zwei Jahren immer noch ungelöst sind."

Der Euro bewegte sich am Montag kaum. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Abend bei 1,1258 Dollar. Der Handel verlief schleppend, da es kaum kursrelevante Konjunkturdaten veröffentlicht wurden, meinten Händler. Für Bitcoin ging es dagegen steil bergab. Die älteste Cyber-Devise verlor zeitweise gut 17 Prozent auf 9862 Dollar. Es sei unklar, ob Anleger diesen Rücksetzer zum Wiedereinstieg nutzen würden oder mit einer Fortsetzung der Talfahrt gerechnet werden müsse, meinte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Am Rohstoffmarkt fiel der Ölpreis. Am Abend wurden für ein Barrel der US-Sorte WTI 59,41 Dollar gezahlt. Ein Minus von 1,3 Prozent.