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Devisen und Rohstoffe:Pfund auf Zickzack-Kurs

Die britische Premierministerin May will den Brexit-Vertrag im Parlament retten. Der Kurs des Pfund Sterling reagiert mit deutlichen Schwankungen.

Am Devisenmarkt haben sich die Investoren am Dienstag zunächst aus dem Pfund Sterling zurückgezogen. Die Währung kostete mit 1,2683 Dollar zeitweise so wenig wie zuletzt vor vier Monaten, zum Euro verbilligte sie sich auf 1,1371 Euro, den tiefsten Stand seit drei Monaten. Anlass für die Abwertung des Pfundes waren Spekulationen auf einen baldigen Sturz von Premierministerin Theresa May. Mays Vorschlag für einen Brexit-Deal sei schon vor der geplanten Parlamentsabstimmung dem Untergang geweiht, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Im weiteren Handelsverlauf legte das Pfund dann in Reaktion auf eine Ankündigung der Premierministerin wieder zu: Sie will ihr Brexit-Abkommen Anfang Juni über den Umweg eines Gesetzgebungsverfahrens erneut dem Parlament vorlegen und die Abgeordneten dabei über ein zweites Referendum zum EU-Austritt abstimmen lassen. Die Preise an den Ölmärkten zogen leicht an. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete mit 72,14 Dollar ein viertel Prozent mehr als am Vortag. Am Montag hatten die Ölpreise zunächst kräftig zugelegt, waren dann aber wieder etwas gesunken. Gestützt werden die Notierungen derzeit durch die Aussicht auf eine anhaltend knappe Produktion. Das Erdölkartell Opec und mit ihm verbündete Förderländer (Opec plus) könnten bald eine entsprechende Entscheidung treffen. Hinzu kommen ungeplante Produktionsausfälle in zahlreichen Förderländern und die politischen Spannungen zwischen den USA und Iran. Für tendenzielle Belastung sorgt dagegen der Handelsstreit zwischen den USA und China, weil er auf den Konjunkturerwartungen und in der Folge auf der Ölnachfrage lastet.

Trotz einiger politischer Risiken gab die Notierung für Gold erneut nach. Mit 1273 Dollar je Feinunze kostete das Edelmetall ein knappes halbes Prozent weniger als am Montag.