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Devisen und Rohstoffe:Ölpreise geben deutlich nach

Die Ölförderung in Libyen soll nun wieder schrittweise nach oben gefahren werden. Zusammen mit dem Einbruch auf der Nachfrageseite sorgt dies für fallende Preise am Ölmarkt.

Der Euro hat die neue Woche mit Kursverlusten begonnen. Am Montagabend kostete die Gemeinschaftswährung 1,1806 Dollar und damit 0,5 Prozent weniger als am Freitagabend. Belastend wirkten hier die Konjunkturaussichten. Die Stimmung in deutschen Unternehmen hat sich im Oktober wegen steigender Corona-Infektionszahlen eingetrübt. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Oktober um 0,5 auf 92,7 Punkte und damit das erste Mal nach zuvor fünf Anstiegen in Folge. Der Rückgang war stärker als von Analysten erwartet. Die Manager beurteilten ihre Lage zwar etwas günstiger als zuletzt, blickten aber wieder pessimistischer nach vorn. Ein drohender Lockdown würde dem Ifo-Institut zufolge die Konjunktur abwürgen.

Der Wertverfall der türkischen Währung ging am Montag weiter. Die Lira erreichte nach Drohungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an die Adresse Frankreichs im Handel mit dem Dollar und dem Euro jeweils Rekordtiefs. Erstmals mussten für einen Dollar mehr als acht Lira gezahlt werden. Seit mittlerweile neun Wochen befindet sich die türkische Währung zum Dollar auf Talfahrt.

Die Ölpreise gaben zum Wochenstart stark nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 40,50 Dollar. Das waren drei Prozent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 3,1 Prozent. Bereits am Freitag hatte die Ankündigung der libyschen Ölgesellschaft, ihre Fördermenge deutlich anzuheben, den Markt stark belastet, dies setzt sich zum Beginn der Woche fort. Die Förderung des nordafrikanischen Landes soll innerhalb von vier Wochen auf über eine Million Barrel je Tag steigen. Das erhöhte Angebot drückt damit zusätzlich auf die von der Corona-Krise belasteten Marktpreise. Auf der Nachfrageseite beeinträchtigen die weiterhin stark steigenden Corona-Infektionszahlen in Europa und den USA die Aussichten für die Weltwirtschaft.

© SZ vom 27.10.2020 / amon, Reuters,dpa
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