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Devisen und Rohstoffe:Ölpreis gibt weiter nach

Die Verunsicherung der Anleger wegen der Ausbreitung der neuen Virus-Lungenerkrankung nimmt an den Rohstoffmärkten zu. Dies spiegelt sich in weiter fallenden Notierungen wider.

Der Euro hat am Freitag an seine Vortagesverluste angeknüpft. Am Abend wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1024 Dollar gehandelt und damit 0,3 Prozent tiefer als am Vorabend. Am Donnerstag hatte die EZB die Fortsetzung einer extrem locker en Geldpolitik bekanntgegeben. Der Euro war nach Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der Notenbank etwa einen halben Cent abgerutscht.

Hauptgesprächsthema am Markt blieb allerdings der Ausbruch des neuartigen Coronavirus in China. Die Behörden dort schränken zum Auftakt des chinesischen Neujahrsfestes - der dortigen Hauptreisezeit - die Reise- und Bewegungsfreiheit immer stärker ein. In zehn Städten wurde der öffentliche Verkehr eingestellt. Tempelanlagen blieben geschlossen. Die Anleger seien zwar erleichtert, dass die Weltgesundheitsorganisation vorerst keinen internationalen Notstand ausgerufen habe, sagte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com. Man müsse aber auf negative Überraschungen gefasst sein, meinte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Die Restriktionen fänden schließlich zur Hauptreisezeit statt, den Neujahrsfesttagen. Dementsprechend kochten an den Rohstoffmärkten Spekulationen auf eine sinkende Öl-Nachfrage aus China wieder hoch. Die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 2,1 Prozent auf 60,77 Dollar je Barrel (159 Liter). Auch die jüngste Entwicklung der Ölreserven in den USA konnte die Preise am Ölmarkt nicht nachhaltig stabilisieren. Nach Angaben der US-Regierung vom Vortag waren die Lagerbestände an Rohöl in der vergangenen Woche gefallen, was zu steigenden Notierungen führen müsste. Analysten wurden von der Entwicklung überrascht. Auch die Preise der Industriemetalle wurden belastet.

Der Kupferpreis fiel um 1,3 Prozent auf 5910,5 Dollar je Tonne. Der Goldpreis stieg. Für eine Feinunze wurden 1572 Dollar gezahlt, ein Plus von 0,6 Prozent.

© SZ vom 25.01.2020 / amon, Reuters, dpa
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