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Devisen und Rohstoffe:Kupfer auf Neun-Jahres-Hoch

Aus Furcht vor einem Angebotsengpass decken sich Anleger mit Kupfer ein. Das Industriemetall ist so teuer wie seit Herbst 2011 nicht mehr. Am Devisenmarkt erreicht Bitcoin einen neuen Rekord.

Der Euro ist am Freitag gestiegen und hat damit die deutlichen Kursgewinne vom Vortag fortgesetzt. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag 0,3 Prozent höher bei 1,2123 Dollar. Der Euro profitierte von positiv ausgefallen europäischen Konjunkturdaten. Die Wirtschaft in der Eurozone bremste einer Umfrage zufolge ihre Talfahrt im Februar etwas. Der Einkaufsmanagerindex - der Industrie und Dienstleister zusammenfasst - stieg von 47,8 Punkten im Januar auf 48,1 Punkte, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Das Barometer näherte sich damit der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Die Bitcoin-Rally nahm wieder Fahrt auf. Der Kurs der ältesten und wichtigsten Kryptowährung stieg um 1,4 Prozent und markierte mit 52 789 Dollar ein Rekordhoch. Die Zulassung eines Bitcoin-ETFs in Kanada nähre die Hoffnung, dass ein solcher börsennotierter Fonds demnächst auch in den USA starte, sagt Analyst Timo Emden von Emden Research. "Dann wären Bitcoin und Co. wohl endgültig im Mainstream angekommen."

Am Rohstoffmarkt deckten sich Investoren aus Angst vor einem Angebotsengpass mit Kupfer ein. Das wichtige Industriemetall gewann vier Prozent und war mit 8896 Dollar je Tonne so teuer wie zuletzt vor neun Jahren. Die Kupferbestände in den Lagern der Rohstoffbörse LME liegen mit 76 025 Tonnen nahe ihren Tiefs von 2005. Abwärts ging es dagegen mit dem Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um 0,9 Prozent auf 63,36 Dollar je Barrel (159 Liter). Durch die fehlende Nachfrage texanischer Raffinerien, die wegen der dortigen Wetter-Kapriolen geschlossen seien, müsse in den kommenden Wochen trotz der Förderausfälle mit steigenden US-Rohölbeständen gerechnet werden, prognostizierten die Analysten der ANZ Bank.

© SZ vom 20.02.2021 / AMON, Reuters, DPA
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