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Devisen und Rohstoffe:Gewinnmitnahmen beim Gold

Nach den zum Teil deutlichen Kursgewinnen in diesem Handelsjahr trennen sich die Anleger allmählich von ihren Beständen. Dies führt zu fallenden Preisen am Markt. Der Euro legt zu.

Der Kurs des Euro ist am Freitag gestiegen. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1053 Dollar. Am Nachmittag setzten US-Konjunkturdaten den Dollar unter Druck. Im Oktober war die amerikanische Industrieproduktion deutlich gefallen. Sie ging im Monatsvergleich um 0,8 Prozent zurück. Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) verwies darauf, dass die US-Industrie bereits den zweiten Produktionsdämpfer in Folge einstecken musste. "Die Erwartung an eine weitere Zinssenkung in den USA könnten verstärkt werden", sagte Wortberg. Die zuvor veröffentlichten Inflationsdaten aus der Eurozone zeigten kaum Auswirkungen auf dem Euro.

Die Ölpreise stiegen deutlich. Händler nannten positiv aufgenommene Äußerungen zum amerikanisch-chinesischen Handelsstreit als Grund. Ein Barrel (159 Liter) der US-Leitsorte WTI kostete am Abend 57,79 Dollar. Das waren 1,8 Prozent mehr als am Donnerstag. Am Markt wurden Äußerungen von Larry Kudlow, Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, als Grund für die bessere Stimmung am Rohölmarkt genannt. Kudlow hatte am späten Donnerstagabend vor Journalisten gesagt, man nähere sich einem ersten Handelsabkommen mit China, wenngleich ein solches Abkommen noch nicht endgültig abgeschlossen worden sei. Der Handelskonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt gilt als großes Konjunktur- und Nachfragerisiko am Ölmarkt.

Der Goldpreis fiel. Eine Feinunze des Edelmetalls verbilligte sich zeitweise um 0,6 Prozent auf 1461,80 Dollar. Vor allem Fonds trennten sich davon, sagte Alexander Zumpfe, Experte beim Goldhandelshaus Heraeus. "Im starken Kontrast dazu steht die sehr starke physische Nachfrage deutscher Anleger nach Münzen und Goldbarren." Seit Jahresauftakt summiert sich der Kursanstieg beim Gold auf gut 14 Prozent.