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Devisen und Rohstoffe:Geringere Förderung stützt Ölpreis

Die Opec-Mitgliedsstaaten produzieren im September so wenig Öl wie seit acht Jahren nicht mehr. Dies sorgt für steigende Preise. Am Devisenmarkt setzen Anleger auf den Dollar. Der Euro fällt.

Der Kurs des Euro hat sich am Dienstag weiter in der Nähe seines tiefsten Stands seit fast zweieinhalb Jahren bewegt. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0920 Dollar, nachdem sie zuvor bis auf 1,0880 Dollar gefallen war. Schwache Konjunkturdaten in Europa drückten auf die Stimmung. Die Geschäfte der deutschen Industrie laufen so schlecht wie seit dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise Mitte 2009 nicht mehr. Am Nachmittag folgten dann schwache Daten aus den USA, was den Dollar belastete und den Euro im Gegenzug stützte. Der US-Einkaufsmanagerindex war auf den tiefsten Stand seit der Wirtschaftskrise 2009 gefallen.

Das Pfund Sterling fiel. Die britische Währung notierte mit 1,2208 Dollar auf den niedrigsten Stand seit drei Wochen. Premierminister Boris Johnson kündigte an, "sehr bald" Ideen zum Brexit vorzulegen. "Was wir tun werden, ist, unseren Freunden einen Vorschlag machen, und wir denken, dass es ein guter Vorschlag ist", sagte er. Der Premierminister strebt ein Abkommen über einen EU-Austritt beim EU-Gipfel am 17. bis 18. Oktober an. Viele EU-Diplomaten sind jedoch skeptisch, dass ein Durchbruch möglich ist.

Eine geringere Förderung in wichtigen Ländern stützte den Ölpreis. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich zeitweise um 1,4 Prozent auf 60,10 Dollar je Barrel (159 Liter). Im Abendhandel gab die Notierung leicht nach. Die Mitgliedsstaaten des Ölkartells Opec produzierten im September mit 28,9 Millionen Barrel pro Tag so wenig wie seit acht Jahren nicht mehr. Auch in Russland und den USA wurde weniger Öl gefördert. Am Ölmarkt spielten Sorgen wegen der weltweiten Konjunkturabkühlung eine größere Rolle als Engpässe bei der Lieferung, sagte Tamas Varga vom Ölhändler PVM. "Obwohl der Ölpreis jede Möglichkeit erhalten hat, deutlich über 70 Dollar je Barrel zu steigen, ist die Tatsache aufschlussreich, dass er es nicht getan hat."