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Devisen und Rohstoffe:Eurokurs weitet Gewinne aus

Die Anleger erwarten eine rasche Einigung der Europäischen Union auf ein Rettungspaket. In den USA wird der Dollar dagegen durch die Zuspitzung der Corona-Krise belastet.

Der Euro hat die Kursgewinne der vergangenen Handelstage fortgesetzt und den höchsten Stand seit etwa vier Monaten erreicht. Der Kurs der Gemeinschaftswährung kletterte am Mittwoch zeitweise bis auf 1,1451 Dollar, nach 1,1396 Dollar am Vortag. Das war der höchste Stand seit März. Marktbeobachter sprachen von einer Dollarschwäche, die dem Euro im Gegenzug seit Beginn der Woche Auftrieb verliehen habe. Nach Einschätzung der Devisenexpertin Antje Praefcke von der Commerzbank wird der Dollar durch die Zuspitzung der Corona-Krise in den USA belastet. "Deutschland, Frankreich und Italien haben alle strenge Lockdown-Maßnahmen ergriffen, sodass das Coronavirus jetzt unter Kontrolle zu sein scheint. Die Wirtschaft könnte sich allmählich erholen", sagte Analyst Bart Wakabayashi von der State Street Bank and Trust. Zudem setzten Anleger auf eine rasche Einigung der Europäischen Union auf ein Rettungspaket.

Die Ölpreise stiegen. Marktbeobachter verwiesen auf einen Rückgang der Ölreserven in den USA, der für etwas Preisauftrieb gesorgt habe. Am frühen Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 43,93 Dollar. Das waren knapp zwei Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,8 Prozent auf 41 Dollar. Am späten Dienstagabend war bekannt geworden, dass der Interessenverband American Petroleum Institute (API) in der vergangenen Woche einen Rückgang der amerikanischen Lagerbestände an Rohöl um 8,32 Millionen Barrel verzeichnet hat. Sinkende Ölreserven geben den Preisen in der Regel Auftrieb. Zudem hoffen Investoren auf preisstützende Maßnahmen der Erdölexporteure. Wichtige Mitglieder der Opec und ihrer Verbündeten, darunter Russland, die gemeinsam als Opec+ bezeichnet werden, wollen entscheiden, ob sie die im Juli endenden Fördermengenkürzungen lockern wollen.

© SZ vom 16.07.2020 / amon, Reuters, dpa
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