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Devisen und Rohstoffe:Euro zieht leicht an

Am Devisenmarkt reagiert die europäische Gemeinschaftswährung mit leichten Gewinnen auf Konjunkturdaten aus der Eurozone. Derweil setzt die türkische Lira ihre Talfahrt fort.

Am Devisenmarkt hat der Euro am Freitag nach gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten aus der Eurozone etwas zugelegt. Am frühen Abend notierte die Gemeinschaftswährung 0,4 Prozent höher bei 1,1861 Dollar. Die Stimmung in den Unternehmen der Eurozone hat sich im Oktober weniger stark eingetrübt als erwartet. Davon profitierte der Euro etwas. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie hellte sich sogar überraschend auf und signalisierte ein robustes Wachstum. Gefallen ist allerdings der Wert für den Dienstleistungssektor. Dieser leidet unter neuen Beschränkungen in der Corona-Krise und signalisiert eine Schrumpfung der Aktivität. Die Kursgewinne des Euro stehen aber auf brüchigem Fundament, da sich die Corona-Lage in Europa zunehmend verschlechtert. Immer mehr Länder beschließen neue wirtschaftliche Einschränkungen. Beobachter erwarten daher weitere Verschärfungen, die die wirtschaftliche Erholung belasten dürften.

Die türkische Lira setzte ihre jüngste Talfahrt fort und fiel auf neue Rekordtiefs sowohl zum Euro als auch zum Dollar. Ein Euro verteuerte sich im Gegenzug um ein halbes Prozent bis auf 9,4468 Lira. Bereits am Donnerstag hatte die Notenbank der Türkei ihren Leitzins überraschend nicht angehoben. Das setzte die Währung des Landes weiter unter Druck.

An den Ölmärkten gaben die Preise wieder nach. Ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,8 Prozent auf 41,70 Dollar. Als Belastung für die Ölnotierungen wirkte nach wie vor die angespannte Corona-Lage vor allem in Europa und zunehmend auch in den USA. Dies lastet auf den Konjunkturerwartungen und der erwarteten Ölnachfrage. Russlands Präsident Wladimir Putin hatte daher erklärt, dass sein Land zu weiteren Förderkürzungen bereit sei. Russland gehört dem Verbund Opec+ an, der seit längerem versucht, mit Förderbegrenzungen die Ölpreise zu stützen.

© SZ vom 24.10.2020 / cikr, Reuters, dpa
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