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Devisen und Rohstoffe:Euro und Pfund stabil

Die befürchteten Turbulenzen am Devisenmarkt nach der Brexit-Abstimmung bleiben weitgehend aus. Viele Analysten halten es sogar für möglich, dass die britische Währung an Wert gewinnen könnte.

Der Euro und das britische Pfund haben sich am Tag nach der Brexit-Abstimmung weiterhin nur leicht bewegt. Am Mittwoch kostete ein Euro 1,1407 Dollar und damit 0,1 Prozent weniger als am späten Vorabend. Das Pfund Sterling notierte etwas höher bei 1,2866 Dollar. Die Premierministerin Theresa May musste bei der Unterhaus-Abstimmung über ihren mit der EU ausgehandelten Brexit-Deal gerade eine krachende Niederlage einstecken. Am Devisenmarkt löste dies aber keine hektischen Verkäufe aus. Im Gegenteil: Experten trauen der britischen Währung sogar Kursgewinne zu. Denn viele Analysten halten einen ungeordneten Ausstieg Großbritanniens aus der EU am 29. März jetzt für weniger wahrscheinlich. Sie rechnen mit einer Verlängerung der Verhandlungsfrist. Sogar einen "Exit vom Brexit" halten einige für möglich. "Abgesehen von einem ,No-Deal'-Brexit ist alles positiv für das Pfund Sterling", sagt Anlagestratege Kit Juckes von der französischen Großbank Société Générale. Volkswirt Dean Turner von der Schweizer Bank UBS verweist auf die jüngste Initiative des britischen Parlaments, um den Brexit ohne Vertrag zu verhindern. Die Abgeordneten setzten durch, dass es ohne ihre Zustimmung keinen Austritt ohne Scheidungsvereinbarung geben darf. Von Reuters befragte Analysten halten sogar einen Wechselkurs bis zu 1,38 Dollar für möglich, sofern sich London und die EU doch noch auf Scheidungsmodalitäten einigen.

In der Hoffnung auf eine anziehende Nachfrage aus China deckten sich Anleger mit Industriemetallen ein. Insbesondere waren Kupfer und Aluminium gefragt. Der Kupferpreis kletterte zeitweise um 1,2 Prozent auf knapp 6000 Dollar je Tonne. Die Regierung in Peking will Chinas Konjunktur unter anderem mit Steuersenkungen ankurbeln. Auch die Notenbank PBOC teilte mit, sie wolle mit ihrer Stützung sicherstellen, dass es ausreichende Finanzierungsmöglichkeiten für die Wirtschaft gebe.

© SZ vom 17.01.2019 / amon, Reuters
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