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Devisen und Rohstoffe:Euro  über 1,13 Dollar

Die Gemeinschaftswährung profitiert von zunehmender Risikobereitschaft der Anleger und legt deutlich zu. Aber auch die Lösung im Streit um die gewaltigen Anleihekäufe der EZB treibt den Euro an. Derweil bleibt Gold gefragt.

Der Euro hat am Montag kräftig zugelegt und die Marke von 1,13 Dollar klar überwunden. Die Gemeinschaftswährung gewann ein dreiviertel Prozent auf 1,1330 Dollar und profitierte damit von einer risikobereiteren Stimmung der Anleger am Devisenmarkt, die sich in einer Schwäche des eher als sichere Anlage gefragten Dollar niederschlug. Zusätzliche Unterstützung erhielt der Euro von Berichten, wonach der Konflikt um das Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) beigelegt sei. Deutschland und die EZB haben sich in der Frage, ob die billionenschweren Anleihekäufe der Notenbank teilweise gegen deutsches Recht verstoßen, zu Gunsten der EZB geeinigt. Das Bundesverfassungsgericht hatte das vor einigen Monaten noch in Zweifel gezogen.

Die Hoffnung auf eine rasche Erholung der chinesischen Wirtschaft von den Folgen der Coronavirus-Pandemie gab auch der Währung des Landes Auftrieb. An Handelsplätzen wie Hongkong oder Singapur büßte der US-Dollar im Gegenzug mehr als ein Prozent auf 6,9417 Yuan ein.

Trotz der guten Stimmung an den Märkten blieben einige Anleger skeptisch. Das hielt den Preis für die Antikrisenwährung Gold in Reichweite seines jüngsten Acht-Jahres-Hochs. Eine Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 1787 Dollar. Die Nachfrage nach Gold ist auch der Furcht vor einem weiteren Anstieg der Corona-Fälle geschuldet. So meldeten in den ersten vier Tagen im Juli 15 US-Bundesstaaten einen Rekordanstieg neuer Covid-19-Fälle, was einige dazu veranlasste, ihre Pläne zur Lockerung der Sperrmaßnahmen einzustellen. In Indien, Australien und Mexiko schossen die Zahlen der Neuinfektionen ebenfalls weiter in die Höhe. Zudem könnte laut Jigar Trivedi, Rohstoffanalyst beim Mumbai-Broker Anand Rathi Shares, eine Verschlechterung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China für eine gewisse Kaufdynamik bei Gold sorgen.

© SZ vom 07.07.2020 / cikr, Reuters, dpa
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