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Devisen und Rohstoffe:Euro steigt nach Inflationsdaten

Die steigenden Inflationsraten in den USA setzen den Dollar unter Druck. Der Euro kann die Tagesverluste mehr als wettmachen. Die Ölpreise legen nach chinesischen Außenhandelsdaten zu.

Der Euro ist am Dienstag nach der Veröffentlichung der Inflationsdaten aus den USA gestiegen. Die europäische Gemeinschaftswährung notierte am Abend bei 1,1951 Dollar, nachdem sie noch zum Handelsanfang bis auf 1,1880 Dollar abgerutscht war. Die Preise in den USA sind so stark gestiegen wie seit einem Jahr nicht mehr. Sie kletterten im März um 0,6 Prozent zum Vormonat, wie das Arbeitsministerium in Washington am Dienstag mitteilte. Das ist das größte Plus seit August 2012. Im Vergleich zum März 2020 stieg die Teuerungsrate auf 2,5 Prozent, nachdem sie im Februar noch bei 1,7 Prozent gelegen hatte. Experten halten es für möglich, dass die Inflationsrate in den kommenden Monaten über die Marke von drei Prozent klettert. Die US-Notenbank Fed verfolgt die Entwicklung mit Argusaugen. Sie hat nicht nur Vollbeschäftigung als Ziel, sondern auch stabile Preise. Sie unterstützt die von der Corona-Krise getroffene Wirtschaft mit monatlichen Geldspritzen von 120 Milliarden Dollar, was zur Inflation beitragen kann.

Bitcoin erklomm neue Rekordhöhen. Die Cyberdevise verteuerte sich um 6,1 Prozent auf 63 495 Dollar. "Das Aufdrehen des Geldhahns der Notenbanken dies- und jenseits des Großen Teichs wirkt als Katalysator für steigende Bitcoin-Kurse", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Auch der Börsengang der Krypto-Börse Coinbase sei ein Treiber.

Die Ölpreise stiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 63,93 Dollar. Das waren 1,0 Prozent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 1,2 Prozent. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wurden die Ölpreise durch neue Daten zu Chinas Außenhandel gestützt. Dieser verzeichnete im März ein robustes Wachstum, das die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt kräftig ankurbelt. China zählt zu den großen Ölimporteuren der Welt.

© SZ vom 14.04.2021 / amon, Reuters, dpa
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