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Devisen und Rohstoffe:Euro stabilisiert sich

Der Euro fällt zeitweise bis auf 1,0636 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit drei Jahren, kann sich aber im Handelsverlauf leicht erholen. Nach den jüngsten Verlusten gewinnt Gold wieder deutlich an Wert.

Der Kurs des Euro ist am Montag gestiegen. Die Gemeinschaftswährung konnte sich etwas stabilisieren, nachdem sie in der vergangenen Nacht bis auf 1,0636 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit drei Jahren gefallen war. Am frühen Abend wurde der Euro etwas höher bei 1,0729 Dollar gehandelt. Nach Einschätzung von Marktbeobachtern profitierte der Euro von einer Dollarschwäche, nachdem ein politischer Streit in den USA über das Billionen-Konjunkturpaket für die amerikanische Wirtschaft die Investoren verunsicherte. Verhandlungen um ein Coronavirus-Konjunkturpaket waren ins Stocken geraten. Auch ein neues, umfangreiches Notpaket der US-Notenbank Fed zur Linderung der Corona-Krise belastete den Dollar. Nach Zinssenkungen und einem großen Anleihekaufprogramm kündigte die Fed nun an, unbegrenzt Staatsanleihen und bestimmte mit Hypotheken besicherte Wertpapiere zu kaufen. Zudem legt sie mehrere Kreditprogramme auf, mit denen vor allem die Unternehmen und Haushalte gestützt werden sollen.

Die massiven Konjunkturspritzen der US-Notenbank ließen die Anleger zu Gold greifen. Eine Feinunze kostete mit 1553 Dollar 3,8 Prozent mehr als am Vortag. "Die Fed hat ihre bislang größte Kanone ausgepackt, noch größer als während der Finanzkrise", sagt Tai Wong, Chef des Edelmetallderivate-Handels beim Finanzdienstleister BMO. Das komme dem Goldpreis zugute. "Die Frage ist aber, ob der Optimismus länger als einen Tag anhält." Derweil legten die Ölpreise in einem sehr volatilen Handel zuletzt etwas zu. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 27,23 Dollar. Der Preis für US-Leichtöl WTI zog um 3,6 Prozent auf 23,45 Dollar an. Zeitweise hatten steigende Fördermengen in Russland, Verzögerungen beim US-Hilfspaket für die Wirtschaft und verhärtete Fronten im Preiskrieg der Ölförderländer die Notierungen stark belastet.

© SZ vom 24.03.2020 / amon, Reuters, dpa
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