Süddeutsche Zeitung

Devisen und Rohstoffe:Euro stabil, Ölpreis gibt nach

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Nachdem der Kurs der Gemeinschaftswährung am Vortag unter die Marke von 1,12 Dollar gefallen war, stabilisiert sich nun die Notierung. Am Ölmarkt geben die Preise leicht nach.

Nach dem Run auf den US-Dollar hat sich der Euro am Donnerstag über der Marke von 1,12 Dollar stabilisiert. Am Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,1215 Dollar und damit 0,2 Prozent mehr als am späten Vorabend. Am Vortag war der Kurs erstmals seit Mitte 2020 unter 1,12 Dollar gerutscht. Strategen rechnen aber weiterhin mit Gegenwind für die Gemeinschaftswährung. Denn die US-Notenbank Fed könnte im Kampf gegen die anziehende Inflation die Geldschleusen schneller schließen und die Zinsen eher anheben als bislang gedacht, während die Europäische Zentralbank (EZB) davon noch weiter entfernt scheint.

Die Ölpreisen gaben geringfügig nach. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 82,19 Dollar. Das waren 0,1 Prozent weniger als am Vortag. Nach der Freigabe strategischer Ölreserven durch große Verbrauchsländer wie die USA dreht sich am Ölmarkt alles um die Reaktion der Förderländer. Fraglich ist, ob der Ölverbund Opec+ seinen im Sommer eingeschlagenen Kurs beibehält und seine Produktion weiterhin um 400 000 Barrel je Monat anhebt. Laut Commerzbank-Experte Carsten Fritsch könnten die Produktionserhöhungen für zweieinhalb Monate ausgesetzt werden, ohne dass es zu einer Verknappung am Ölmarkt komme. Ein solcher Schritt würde die ohnehin angespannte Atmosphäre wohl weiter aufheizen.

Am Mittwoch hatte die Internationale Energieagentur IEA Saudi-Arabien und Russland vorgehalten, mit ihrem Kurs moderater Fördererhöhungen eine künstliche Knappheit am Ölmarkt zu erzeugen. Die beiden Länder führen die 23 Länder der Opec+ faktisch an. Die Reservefreigabe der Verbrauchsländer wird auch als Reaktion auf die Weigerung der Opec+ angesehen, ihre Förderung stärker auszuweiten. Hintergrund der Debatte sind die derzeit sehr hohen Ölpreise, die als Bedrohung für die wirtschaftlichen Erholung angesehen werden.

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SZ vom 26.11.2021 / amon, Reuters, dpa
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