Devisen und Rohstoffe:Euro stabil 

Die steigende US-Inflationsrate verstärkt Befürchtungen, die Fed könnte früher als erwartet von ihrer lockeren Geldpolitik abrücken. Dies belastet den Euro und sorgt für steigende Renditen am Rentenmarkt.

Der Euro hat sich am Donnerstag nach den Vortagsverlusten etwas stabilisiert. Der Kurs der Gemeinschaftswährung lag am Abend bei 1,2076 Dollar auf dem Niveau vom Mittwochabend. Der Euro war am Mittwoch nach der deutlich höheren Inflation in den Vereinigten Staaten unter Druck geraten und gab im Laufe des Mittwochs fast einen Cent nach. Die deutlich gestiegene Inflationsrate verstärkte die Erwartungen, dass die US-Notenbank Fed früher als erwartet von ihrer sehr lockeren Geldpolitik abrücken könnte. Auch diesseits des Atlantiks erwarten Anleger eine vorzeitige Straffung der Geldpolitik. Daher trennten sie sich von Staatsanleihen. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf ein Zwei-Jahres-Hoch von minus 0,096 Prozent. Ihre italienischen Pendants rentierten mit plus 1,05 Prozent so hoch wie zuletzt vor acht Monaten. "Steigende Preise sind zwar eindeutig ein weltweites Phänomen und die US-Notenbank Fed wird die Zinsen wohl früher anheben müssen, als sie bislang andeutet", schrieben die Analysten der ING Bank. Solch ein Schritt stehe aber nicht unmittelbar bevor, hieß es weiter.

Nach den Gewinnen der vergangenen Tage sanken die Ölpreise deutlich. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 66,97 Dollar. Das waren 3,4 Prozent weniger als am Vortag. Die unkontrollierte Ausbreitung des Coronavirus im wichtigen Abnehmerland Indien und in Südostasien schüre die Furcht vor einem Nachfrage-Rückgang, schrieben die Analysten des Brokerhauses PVM Oil Associates. Das sei aber nur ein vorübergehendes Phänomen. In der zweiten Jahreshälfte könne mit einer kräftigen Erholung gerechnet werden. Der Kupferpreis litt Börsianern zufolge neben den Inflationssorgen unter Spekulationen auf eine geringere Nachfrage aus China. Das Industriemetall gab knapp zwei Prozent auf 10 260 Dollar je Tonne nach.

© SZ vom 14.05.2021 / amon, Reuters, dpa
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