Devisen und Rohstoffe Euro sinkt nach Konjunkturdaten

Die Konjunktur in Eurozone kühlt ab. Die Privatwirtschaft in der Euro-Zone wächst so langsam wie seit über vier Jahren nicht mehr. Der Euro fällt daraufhin.

Unter dem Eindruck enttäuschender Konjunkturdaten ist der Euro am Freitag gefallen. Die Gemeinschaftswährung gab um 0,5 Prozent auf 1,1301 Dollar nach. Die Privatwirtschaft in der Euro-Zone ist im Dezember so langsam gewachsen wie seit über vier Jahren nicht mehr. Der Einkaufsmanagerindex fiel um 1,4 Punkte auf 51,3 Zähler, wie das Institut IHS Markit am Freitag zu seiner Unternehmensumfrage mitteilte. Das Barometer hält sich aber noch über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern. "Ein Großteil geht zwar auf das Konto der Proteste der 'Gelbwesten' in Frankreich, die der Konjunktur und der Reisebranche gleichermaßen schadeten", erklärte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson den Rückgang. "Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass die Wachstumsschwäche mittlerweile die gesamte Euro-Zone erfasst hat. Das Bruttoinlandsprodukt der Euro-Zone dürfte im Schlussquartal um knapp 0,3 Prozent zulegen, sagt das Markit-Institut voraus. Im Dezember allein dürfte es nur zu einem Mini-Plus von 0,1 Prozent reichen. "Zu schaffen macht den Unternehmen nicht nur das globale wirtschaftliche und politische Klima", sagte Williamson. "Handelsstreitigkeiten und der Brexit erhöhten die Spannungen auf politischer Ebene innerhalb der Euro-Zone zusätzlich." Die Ablehnung von Nachverhandlungen für den Brexit-Deal durch die EU schickte das Pfund Sterling erneut auf Talfahrt. Die Währung verbilligte sich um 0,7 Prozent auf 1,2565 Dollar. "Die Erwartungen an den EU-Gipfel am Donnerstag seien gering gewesen", sagte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. "Aber nicht so gering, dass sie nicht noch untertroffen werden konnten."

Der Ölpreis sank. Die Notierung für ein Barrel der Sorte Brent fiel um 2,1 Prozent auf 60,16 Dollar. Auch zum Wochenschluss zeigte sich die Skepsis der Anleger zur Wirksamkeit der beschlossenen Kürzung der Fördermenge durch wichtige Ölstaaten.