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Devisen und Rohstoffe:Euro gewinnt deutlich

Die Verhandlungen über ein Konjunkturpaket in den USA stocken, die Erfolgsaussichten sind gering. Das belastet den Dollar. Derweil demonstriert der britische Premier Johnson Härte in den Brexit-Verhandlungen.

Der Euro ist am Dienstag merklich gestiegen. Am Abend stand der Kurs der Gemeinschaftswährung bei 1,1824 Dollar und damit ein halbes Prozent höher als am Vortag. Die Marktteilnehmer blicken derzeit auf die stockenden Verhandlungen über ein Konjunkturpaket in den USA. Die jüngsten Aussagen zu den Erfolgsaussichten der Gespräche zwischen Republikanern und Demokraten waren eher widersprüchlich. Am Dienstag lief eine von den Demokraten gesetzte Frist aus. Sollte keine Verständigung gelingen, dann erwarten viele Beobachter keine Einigung mehr in diesem Jahr. Die weiterhin hohe Zahl mit Neuinfektionen mit dem Corona-Virus belastete den Euro nicht. Dabei scheint einigen Staaten der Eurozone die Pandemie zu entgleiten. Allerdings ziehen die Zahlen auch in den USA auch wieder an. Zudem richteten die Investoren ihre Aufmerksamkeit erneut auf die Brexit-Verhandlungen. Hier demonstrierte der britische Premier Johnson weiterhin Härte im Streit über eine Handelsvereinbarung zwischen der EU und Großbritannien. Nach einem Telefonat mit dem griechischen Ministerpräsidenten Mitsotakis ließ er über einen Sprecher mitteilen, dass die Gespräche mit der EU de facto zu Ende seien, da diese ihre Verhandlungsposition nicht zu ändern bereit sei. Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com sagte, zwar gebe es im Streit über die künftigen Beziehungen noch keine wirkliche Annäherung, aber immerhin redeten sie miteinander. Das Pfund Sterling notierte zum Dollar etwas tiefer, zum Euro gab es um 0,6 Prozent auf 1,0935 Euro nach.

Am Ölmarkt schwankten die Preise deutlich. Einerseits sahen Experten in den verschärften Pandemie-Beschränkungen ein Risiko für die Nachfrage, andererseits stützte die Hoffnung auf ein Konjunkturhilfspaket in den USA die Notierungen. Belastend sei das Festhalten der Opec+-Staaten an der geplanten Lockerung der Förderbremse im Januar.

© SZ vom 21.10.2020 / SZ, Reuters, dpa
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