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Devisen und Rohstoffe:Euro fällt unter 1,13 Dollar

Die steigende Zahl von Corona-Neuinfektionen lässt die Anleger wieder zum vermeintlich sicheren Dollar greifen. Das belastet den Euro. Auch die Ölpreise geben etwas nach.

Der Euro ist am Dienstag wieder unter die Marke von 1,13 Dollar zurückgefallen. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1270 Dollar, nachdem sie am Vortag noch, angetrieben von der Risikobereitschaft der Anleger, bis auf 1,1322 Dollar gestiegen war. Viraj Patel, globaler Devisen- und Makrostratege bei Arkera sagte, dass regionale Lockdowns wie in den USA, Großbritannien, Spanien und jetzt Australien nachdrücklich daran erinnerten, dass die Gefahr einer zweiten Coronavirus-Welle real sei. Das sollten die Anleger nicht zu schnell auspreisen. Zudem belasteten die neuen Wirtschaftsprognosen der EU-Kommission den Euro. Für den gesamten Währungsraum rechnet die Kommission nun mit einem Schrumpfen der Wirtschaft um 8,7 Prozent, bisher war sie von 7,7 Prozent Minus ausgegangen.

Die Nervosität der Investoren hinsichtlich des Anstiegs neuer Coronafälle in den Vereinigten Staaten und Indien, schlug sich auch im Goldpreis nieder. Das Edelmetall verteuerte sich auf 1796 Dollar je Feinunze und notierte damit so hoch wie seit November 2011 nicht mehr. Investoren sorgten sich auch wegen der rasant gestiegenen Aktienkurse, vor allem im US-Tech-Sektor, und der im Kontrast dazu tief in einer Rezession steckenden Wirtschaft, sagt Marktanalyst Fawad Razaqzada vom Broker ThinkMarkets. Die Gefahr eines Platzens der Spekulationsblase nehme zu, weswegen risikoarme Anlagen gefragt seien. Eine zusätzliche Unterstützung für Gold sei die Abwertung des US-Dollar. Die Ölpreise erholten sich etwas. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 43,67 Dollar, während die US-Leitsorte WTI mit 40,91 Dollar 0,7 Prozent mehr kostete. Zuletzt standen die Notierungen wegen der Befürchtung einer schleppenden Nachfrageerholung infolge des massiven Anstiegs von Corona-Neuinfektionen insbesondere in den Vereinigten Staaten unter Druck.

© SZ vom 08.07.2020 / cikr, Reuters, dpa
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