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Devisen und Rohstoffe:Euro fällt nach ZEW-Daten

Börsianer schätzen die deutschen Konjunkturaussichten skeptisch ein. Der Euro reagiert darauf mit Kursverlusten. Der Palladium-Preis steigt auf einen Rekord.

Die schlechter als erwartet ausgefallenen europäischen Konjunkturdaten haben den Euro am Dienstag belastet. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel zeitweise unter die Marke von 1,10 bis auf 1,0990 (Vortag: 1,1028) Dollar. Im weiteren Handelsverlauf erholte sich die Notierung wieder. Die Konjunkturaussichten deutscher Finanzexperten trübten sich im Oktober ein. Das Barometer für ihre Erwartungen für das kommende halbe Jahr sank im Oktober um 0,3 auf minus 22,8 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Die Konjunkturlage bewerteten die Börsianer so schlecht wie zuletzt im April 2010. "Der ZEW-Index zeigt einmal mehr: Deutschland steckt in einer tiefen Krise. Das Neun-Jahres-Tief der aktuellen Lageeinschätzung lässt sich nicht als negativer Ausrutscher abtun", sagte der Analyst Thomas Altmann von QC Partners. "Damit ist die Lageeinschätzung deutlich negativer als vor der Rezession der Jahre 2012 und 2013."

Das zeigte sich auch anderswo. Aus Furcht vor einer schwindenden Nachfrage aus China ziehen sich Anleger aus dem Rohölmarkt zurück. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich zeitweise um 2,3 Prozent auf 58 Dollar je Barrel. Genährt wurden die Spekulationen von enttäuschenden chinesischen Konjunkturdaten. Außerdem treibe Anleger die Sorge um, dass das angekündigte Teilabkommen im Zollstreit zwischen den USA und China kurz vor Vertragsunterschrift doch noch scheitern könnte, sagt Harry Tchilinguirian, Chef-Anlagestratege für Erdöl bei der Bank BNP Paribas.

Anhaltende Spekulationen über einen Angebotsengpass hieven dagegen Palladium auf ein Rekordhoch. Das zur Herstellung von Auto-Katalysatoren für Otto-Motoren benötigte Edelmetall verteuerte sich um 1,5 Prozent auf 1740 Dollar je Feinunze. Gold notierte etwas schwächer bei 1487 Dollar.