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Devisen und Rohstoffe:Euro fällt nach Fed-Zinsentscheid

Die US-Notenbank Fed hält angesichts der Cornona-Krise an ihrer Politik der ultratiefen Zinsen fest. Der Dollar ist nach der Zinsentscheidung gefragt.

Der Dollar ist am Mittwoch nach der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed gestiegen. Im Gegenzug gab der Euro nach und fiel unter die Marke von 1,18 Dollar. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,1792 Dollar, nach 1,1845 Dollar am Vortag. Die US-Notenbank belässt ihren Leitzins erwartungsgemäß unverändert bei nahe Null. Die Währungshüter um Notenbankchef Jerome Powell erklärten zudem, an ihrer expansiven Ausrichtung solange nicht zu rütteln, wie es für die Erreichung ihrer Ziele erforderlich ist. Die Zentralbank hob zugleich ihre Konjunkturprognosen deutlich an. Für 2020 erwartet die Notenbank wegen der Corona-Krise nun ein Schrumpfen der Wirtschaft um 3,7 Prozent. Im Juni war noch ein Einbruch von 6,5 Prozent befürchtet worden. Auch die Prognose für die Arbeitslosenquote ist nun optimistischer.

Die Ölpreise bauten ihre Aufschläge vom Vortag aus. Am Abend kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 42,25 Dollar. Das waren 4,5 Prozent mehr als am Dienstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um knapp fünf Prozent auf 40,15 Dollar. Die Notierungen werden derzeit durch mehrere Entwicklungen gestützt: Zum einen fielen Konjunkturdaten aus China und den USA überwiegend positiv aus, was Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung weckte. Dies würde die Rohölnachfrage stärken.

Hinzu kam der derzeit etwas schwächere Dollar, der die Nachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums antrieb. Unterstützung kam auch von neuen Lagerdaten aus den USA. Das American Petroleum Institute (API) hatte am Dienstagabend einen deutlichen Rückgang der landesweiten Erdölvorräte gemeldet. Auch Spekulationen auf Förderausfälle im Golf von Mexiko verteuerten das Rohöl. "Derzeit erwarten wir durch den Wirbelsturm Sally Einbußen von drei bis sechs Millionen Barrel in den kommenden elf Tagen", konstatieren die Analysten von Brokerhaus Rystad.

© SZ/Reuters/dpa/amon
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