Devisen und RohstoffeEuro auf Berg-und-Talfahrt

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Aussagen von US-Notenbank-Chefs Jerome Powell lösen heftige Kursschwankungen beim Währungspaar Euro-Dollar aus. Derweil greifen die Anleger zu Bundesanleihen.

Der Eurokurs hat am Donnerstag nach einer Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell eine Berg- und Talfahrt hingelegt. Am späten Abend kostete die Gemeinschaftswährung 1,1818 Dollar und zeigte sich damit zwar etwas von ihrem Tagestief von 1,1763 Dollar erholt, allerdings war der Euro kurz nach Beginn von Powells Rede zeitweise bis auf 1,1901 Dollar gestiegen. Die US-Notenbank Fed machte konkrete Details zu ihrem neuen geldpolitischen Rahmenwerk öffentlich. Insgesamt sprechen die Änderungen für eine lockere Geldpolitik. Der Dollar geriet allerdings nur kurzzeitig unter Druck. "Kurzfristig hat die Änderung der geldpolitischen Strategie keine unmittelbaren Konsequenzen", sagte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank.

Gefragt waren Anleihen. Im Gegenzug sank die Rendite der deutschen Bundesanleihe mit zehnjähriger Laufzeit bis auf minus 0,471 Prozent, nach minus 0,410 Prozent am Vortag. "Wir denken, dass die Botschaft der Fed klar ist: "Sie will die Zinsen in der gesamten Zinskurve niedrig halten, bis ihre Ziele erreicht sind", sagte Mark Haefele, Chefinvestor bei der UBS-Vermögensverwaltung. Zuletzt hatte die Hoffnung auf ein Corona-Medikament sowie anstehende Neuemissionen in mehreren Ländern die Renditen nach oben getrieben. Auch am Edelmetallmarkt stand die Fed-Rede im Mittelpunkt: Niedrige Zinsen machen Gold attraktiver. Im Vorfeld nahmen viele Anleger noch Gewinne mit, eine Feinunze verbilligte sich daher um 1,2 Prozent auf 1930 Dollar.

Die Preise für Rohöl gaben nach, obwohl der Wirbelsturm "Laura" im Süden der USA auf Land gestoßen ist. Die Ölförderung im Golf von Mexiko wurde weitgehend eingestellt, was die Preise für den Rohstoff tendenziell stützten müsste. Allerdings ist laut Händlern die Nachfrage durch die Einstellung der Raffinerietätigkeit geringer. Ein Fass US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um 0,7 Prozent auf 43,11 Dollar.

© SZ vom 28.08.2020 / cikr, Reuters, Bloomberg - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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