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Devisen und Rohstoffe:EU-Pakt beflügelt Euro

Die Gemeinschaftswährung profitiert auch am Mittwoch von der Einigung auf den EU-Finanzpakt und notiert deutlich über 1,15 Dollar. Gold und Silber stehen ebenfalls in der Anlegergunst weit oben.

Der Euro hat am Mittwoch weiter deutlich über der Marke von 1,15 Dollar notiert. Die Gemeinschaftswährung verteuerte sich auf 1,1591 Dollar und kostete damit so viel wie zuletzt im Januar vergangenen Jahres. Bereits am Dienstagabend hatte der Euro auf 1,1542 Dollar kräftig zugelegt. Marktbeobachter erklärten die Gewinne zum einen mit der Einigung der EU-Staats- und Regierungschefs auf ein riesiges Finanzpaket. Zum anderen wurde auf die generell gute Stimmung an den Finanzmärkten verwiesen, die den US-Dollar als weltweite Reservewährung belastete.

Die Preise für Gold und Silber kennen zurzeit nur die Richtung nach oben. Silber markierte den höchsten Stand seit knapp sieben Jahren. Der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) stieg um 7,6 Prozent auf 22,97 Dollar. Für eine Feinunze Gold wurden in der Spitze mit 1868 Dollar 1,7 Prozent mehr bezahlt als am Vortag. Damit rückt das Rekordhoch von 1921 Dollar aus dem Herbst 2011 immer mehr in Reichweite. Die Edelmetallpreise bekommen derzeit von mehreren Entwicklungen Aufwind. Fachleute nennen in erster Linie die anhaltende Verunsicherung aufgrund der Corona-Pandemie, die Anlagen wie Gold und Silber, die als wertstabil gelten, attraktiv erscheinen lässt. Hinzu kommt die Warnung vor längerfristig steigenden Inflationsraten aufgrund rapide steigender Staatsverschuldung in vielen Ländern. Gold und Silber sind als Inflationsschutz bekannt. Außerdem machen die weltweit niedrigen Zinsen zinslose Anlagen wie Edelmetalle attraktiver. Die Sorge vor einer weiter mauen Kraftstoffnachfrage und steigende Lagerbestände in den USA belasteten dagegen die Ölpreise. Ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich um 0,2 Prozent auf 44,24 Dollar. Das American Petroleum Institute ermittelte, dass die US-Öllagerbestände um 7,5 Millionen Barrel angestiegen sind. Erwartet worden war ein Rückgang von 2,1 Millionen Barrel. , Reuters

© SZ vom 23.07.2020 / cikr, dpa, Reuters
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