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Devisen und Rohstoffe:Dollar und Pfund unter Druck

Die derzeitige Dollar-Schwäche hält den Euro auf dem höchsten Stand seit knapp zweieinhalb Jahren. Derweil leidet das britische Pfund unter Problemen bei den Brexit-Verhandlungen.

Der Euro hat am Mittwoch seine Gewinne vom Vortag weiter ausgebaut. Die Gemeinschaftswährung stand am späten Abend bei 1,2100 Dollar, zeitweise notierte sie bei 1,2108 Dollar und damit so hoch wie seit dem Frühjahr 2018 nicht mehr. Am Dienstag war die europäische Devise bereits um eineinhalb US-Cent nach oben geklettert. Der Euro profitiert derzeit von einer Schwäche der US-Devise. Vor allem die Aussicht auf Impfstoffe gegen das Coronavirus treibt Anleger aus der globalen Reservewährung Dollar. Hinzu kommen Spekulationen auf eine weitere Lockerung der Geldpolitik durch die amerikanische Notenbank Fed, die den Greenback tendenziell eher belastet. Der Euro als die zweitgrößte Währung der Welt profitiert von dieser Entwicklung.

Derweil setzten Zweifel an einer Brexit-Einigung das Pfund Sterling unter Druck. Die britische Währung fiel um mehr als einen Euro-Cent auf 1,1009 Euro. Der Verhandlungsführer der Europäischen Union, Michael Barnier, ist skeptisch, ob Großbritannien und die EU einen Handelsvertrag schließen können. Das Thema bewegt die Finanzmärkte seit Monaten, da die Verhandlungen nur zäh vorankommen. "Das Pfund gerät zusehends unter Druck, da die Zeit immer knapper wird", sagte Leuchtmann. Zuletzt hatte die Zeitung The Times unter Berufung auf Kreise berichtet, dass Frankreich und andere EU-Länder wohl zunächst auf einen harten Brexit dringen ohne ein Handelsabkommen. Erst im kommenden Jahr sollen dann neue Gespräche zu einem Vertrag aufgenommen werden. Am Rohölmarkt drehten die Preise nach anfänglichen Verlusten ins Plus. Auftrieb gaben erneut Hoffnungen auf einen Corona-Impfstoff. Die für Donnerstag erwartete Entscheidung der großen Exportländer über eine Verlängerung der aktuellen Förderbremse verhindere aber Kurssprünge. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete mit 48,20 Dollar 1,6 Prozent mehr als am Vortag.

© SZ vom 03.12.2020 / SZ, Reuters, dpa
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