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Devisen und Rohstoffe:Bewegung am Devisenmarkt

Für das Pfund Sterling, die türkische Lira und den chinesischen Yuan geht es deutlich nach oben. Derweil fallen die Rohölpreise, weil befürchtet wird, dass die Nachfrage sinkt.

Am Devisenmarkt standen am Mittwoch gleich mehrere Währungen im Fokus der Anleger. So setzten Investoren auf Bewegung im festgefahrenen Brexit-Streit und deckten sich mit Pfund Sterling ein. Die britische Währung verteuert sich um 1,6 Prozent auf 1,3150 Dollar und um gut ein Prozent auf 1,1071 Euro. Mut machte den Anlegern, dass die Brexit-Verhandlungen EU-Kreisen zufolge wohl schon bald wieder aufgenommen werden sollen. Einem Medienbericht zufolge streben Großbritannien und die EU dabei an, sich bis Mitte November auf ein neues Handelsabkommen zu einigen. Mit Blick auf die Ende des Jahres ablaufende Übergangsfrist steige der Druck, ein Handelsabkommen zu schaffen, sagte Helaba-Chefvolkswirtin Gertrud Traud. In der Hoffnung auf eine erneute Zinserhöhung durch die türkische Notenbank deckten sich Anleger mit der Währung des Landes ein. Im Gegenzug gab der Euro um bis zu einem halben Prozent auf 9,2500 Lira nach. Experten rechnen mit einer Zinserhöhung am Donnerstag um 1,75 Prozentpunkte auf zwölf Prozent. Im vergangenen Monat hatte sie den Schlüsselsatz im Kampf gegen die Inflation bereits um zwei Prozentpunkte angehoben. Auch die Aufwertung der chinesischen Währung ging weiter. Der Dollar fiel auf 6,6444 Yuan, den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Der Yuan profitiere von der im Vergleich zu anderen Ländern schnelleren Konjunktur-Erholung von den Folgen der Corona-Pandemie, sagt Stephen Innes, Anlagestratege des Brokerhauses Axicorp.

Am Rohölmarkt gingen die Preise derweil auf Talfahrt. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligte sich um drei Prozent auf 41,86 Dollar je Fass. Die Furcht vor einem Angebotsüberschuss werde durch die steigenden US-Lagerbestände noch verschärft, sagte Chiyoki Chen, Chef-Analyst des Rohstoffhändlers Sunward. Gleichzeitig verteuerte sich die "Antikrisen-Währung" Gold um ein Prozent auf 1926 Dollar je Feinunze.

© SZ vom 22.10.2020 / cikr, Reuters
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