Süddeutsche Zeitung

Devisen und Anleihen:Italiens Staatspapiere gefragt

Die Aussicht auf ein Ende der Regierungskrise in Italien durch den früheren EZB-Chef Mario Draghi versetzt Anleger am Rentenmarkt in Kauflaune. Am Devisenmarkt gibt der Euro weiter nach.

Der Euro ist am Dienstag erneut gefallen. Die Gemeinschaftswährung notierte am Abend 0,1 Prozent tiefer bei 1,2020 Dollar, nachdem sie schon am Montag deutlich nachgegeben hatte. Der Fokus der Anleger bleibt am Devisenmarkt auf den Konjunkturdaten. Die Wirtschaft in Deutschland und im Währungsraum hat zum Jahresanfang wegen der zweiten Corona-Welle einen Dämpfer hinnehmen müssen. Der Einkaufsmanagerindex, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, fiel im Januar um 1,3 auf 47,8 Zähler, wie das Institut IHS Markit zu seiner monatlichen Umfrage unter Tausenden Unternehmen mitteilte. Das Barometer entfernte sich damit weiter von der Wachstumsschwelle von 50 Punkten.

Die Hoffnung auf ein Ende der Regierungskrise in Italien durch Mario Draghi, den früheren Chef der Europäischen Zentralbank, ließ Anleger bei den italienischen Staatsanleihen zugreifen. Die Rendite zehnjähriger Bonds fiel bis auf 0,548 Prozent und damit auf den niedrigsten Stand seit fast zwei Wochen. Im Abendhandel lag die Rendite bei 1,5860 Prozent. "Wir sehen, dass die sprunghafte Rally bei italienischen Anleihen zu einem großen Teil dem Namen des ehemaligen EZB-Präsidenten geschuldet ist, der mit niedrigeren Renditen in Verbindung gebracht wird", sagte ING-Stratege Antoine Bouvet. Italiens Staatspräsident Sergio Mattarella hatte zuvor Mario Draghi mit der Bildung einer Regierung beauftragt.

Die Aussicht auf eine Beibehaltung der aktuellen Förderpolitik der wichtigsten Export-Nationen trieb den Ölpreis. Die Sorte Brent aus der Nordsee und die US-Sorte WTI bauen ihre Gewinne aus und steigen um jeweils etwa zwei Prozent auf 58,43 beziehungsweise 55,82 Dollar je Barrel. Einem Entschluss-Entwurf zufolge will das Beratergremium der Opec+ keine Empfehlung für die Produktionsmengen abgeben, die über die jüngsten Beschlüsse hinausgehen.

Bestens informiert mit SZ Plus – 4 Wochen kostenlos zur Probe lesen. Jetzt bestellen unter: www.sz.de/szplus-testen

URL:
www.sz.de/1.5194280
Copyright:
Süddeutsche Zeitung Digitale Medien GmbH / Süddeutsche Zeitung GmbH
Quelle:
SZ vom 04.02.2021 / amon, Reuters, dpa
Jegliche Veröffentlichung und nicht-private Nutzung exklusiv über Süddeutsche Zeitung Content. Bitte senden Sie Ihre Nutzungsanfrage an syndication@sueddeutsche.de.