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Devisen:Rubel steigt nach Zinssenkung

Die russische Notenbank senkt erneut die Zinsen und denkt bereits über weitere Schritte nach unten nach. Der Rubel steigt dennoch. Der Euro dagegen findet zum Dollar keine klare Richtung.

Der Kurs des Euro hat am Freitag keine klare Richtung gezeigt. Zum Handelsanfang gab der Euro nach schlechter als erwartet ausgefallenen europäischen Konjunkturdaten zunächst nach. Im Abendhandel drehte die Notierung leicht ins Plus und lag bei 1,1035 Dollar. Die Wirtschaft der Euro-Zone bekommt die Folgen des Zollstreits zwischen den USA und China zusehends zu spüren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte zwischen April und Juni nur noch um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Damit halbierte sich das Wachstum, das zu Jahresbeginn noch bei 0,4 Prozent lag. Im zweiten Quartal bremste der Außenhandel das Wachstum: Die Exporte stagnierten, die Importe zogen leicht an. Konsum und Investitionen sorgten hingegen für Impulse. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat während ihres Peking-Besuchs die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Zollstreits zwischen den USA und China geäußert. Chinas Handelsprobleme mit den USA wirkten sich weltweit aus. Der Handelsstreit sowie die Aussicht auf einen harten Brexit sorgen vor allem in der deutschen Industrie für große Unsicherheit. Die exportlastige Wirtschaft schrumpfte hierzulande im Frühjahr um 0,1 Prozent, während das BIP in Frankreich (plus 0,3 Prozent) und Spanien (plus 0,5 Prozent) zulegte.

Eine im Rahmen der Erwartungen ausgefallene Zinssenkung der russischen Zentralbank gab der Währung des Landes Auftrieb. Der Dollar verbilligte sich im Gegenzug um 0,8 Prozent auf 65,70 Rubel, und der Euro verlor 0,7 Prozent auf 72,59 Rubel. Die Währungshüter in Moskau kappten den geldpolitischen Schlüsselsatz am Freitag um einen Viertelpunkt auf 7,00 Prozent. Auf kommenden Sitzungen soll über weitere Lockerungen entschieden werden, falls sich die Verbraucherpreise wie von der Notenbank erwartet entwickeln. Die Inflation liegt aktuell bei 4,3 Prozent und damit nahe dem von der Zentralbank angestrebten Zielwert.