US-Präsident Donald Trump hat mit seinem Tweet zu einer möglichen Verschiebung der US-Präsidentschaftswahl den Dollar auf Talfahrt geschickt. Der Euro stieg im Gegenzug am Donnerstag bis auf 1,1844 Dollar und damit den höchsten Stand seit Mitte Juni 2018. Ohne Belege zu liefern, behauptete der Präsident auf Twitter, durch umfangreiche Stimmabgaben per Briefwahl werde "2020 zur ungenauesten und betrügerischsten Wahl in der Geschichte". Im Anschluss warf er die Frage auf, ob es nicht besser sei, die Wahl zu verzögern, bis die Menschen "korrekt und sicher" abstimmen könnten. Spitzenvertreter seiner republikanischen Partei wiesen den Vorschlag umgehend zurück. "Das hat sicherlich den Markt bewegt", sagte Priya Misra, Chefstratege bei TD Securities. "Nicht nur haben wir die Unsicherheit, wer gewinnt, ich denke, wir haben auch Unsicherheit über den Prozess." In den USA ist der Wahltermin in der Verfassung festgelegt. Das Parlament wäre die einzige Institution, die den Wahltag verschieben dürfte. Zusätzlich belasteten neueste Daten zur US-Wirtschaftsleistung den Dollar. Das Bruttoinlandsprodukt der USA war die im zweiten Quartal wegen der Corona-Krise trotz gewaltiger Konjunkturpakete dramatisch eingebrochen.
Die Ölpreise gaben ihre Gewinne vom Vortag ab. Ein Fass der Nordseesorte Brent verbilligte sich um zwei Prozent auf 42,87 Dollar. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI fiel um 2,4 Prozent auf 40,29 Dollar. Der Ölmarkt steuert im Juli auf den dritten Monat in Folge mit steigenden Preisen zu. Zuletzt hat sich die Dynamik beim Preiszuwachs allerdings deutlich abgeschwächt und Experten wollen Preisdämpfer im August nicht ausschließen. Vor allem wird die Preisentwicklung am Ölmarkt durch die Sorge vor einer zweiten Infektionswelle in der Corona-Krise gebremst. Außerdem werden wichtige Förderstaaten im August ihre Fördermenge wieder etwas erhöhen.