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Devisen, Rohstoffe:Lira steigt nach Zinsentscheid

Die türkische Notenbank hat am Donnerstag die Leitzinsen deutlich erhöht. Damit setzte die Währung des Landes ihre Erholung nach einigen Rekordtiefs fort.

Am Devisenmarkt war am Donnerstag die türkischen Lira bei Anlegern gefragt. Die türkische Notenbank hat mit einer drastischen Zinserhöhung auf die hohe Inflation und den jüngsten Wertverfall der Lira reagiert. Der Leitzins wurde um 4,75 Prozentpunkte auf 15,0 Prozent angehoben. An den Finanzmärkten war der Zinsschritt in dieser Größenordnung erwartet worden. Nachdem die Notenbank den Leitzins zuletzt im Oktober noch überraschend unverändert ließ, versuchen die Währungshüter die Lira-Krise mit höheren Zinsen in den Griff zu bekommen. Unmittelbar nach seiner Amtsübernahme vor zwei Wochen hatte der neue Notenbankgouverneur Naci Agbal mit klaren Signalen die Zinserhöhung angedeutet. Nach den Hinweisen des Notenbankchefs stabilisierte sich die türkische Lira bereits, nachdem sie zuvor im Handel mit dem Dollar und dem Euro jeweils Rekordtiefs erreicht hatte. Nach der Zinserhöhung knüpfte die Lira an die jüngste Erholung an und legte deutlich zu. Für einen Euro mussten mit 8,9395 Lira um 2,1 Prozent weniger bezahlt werden.

Schwache Daten zum US-Arbeitsmarkt belasteten den Dollar. Im Gegenzug erholte sich der Euro von seinen Tagesverlusten. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung mit 1,1875 Dollar um 0,2 Prozent höher. So stieg die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in den USA in der vergangenen Woche wieder überraschend auf 742 000. Ökonomen hatten hingegen mit einem Rückgang auf 707 000 gerechnet.

Gold kostete mit 1867 Dollar je Feinunze 0,4 Prozent weniger. Einerseits trennten sich Investoren von Gold, weil sie auf ein Ende der Pandemie setzten und ihr Geld in Aktien investieren wollten, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Andererseits dürfte bei den Zinsen in den USA nicht mehr viel gehen. Damit könne auch der Goldpreis gedeckelt sein, der bereits stark auf den Rückgang der Zinsen in den USA in diesem Jahr reagiert hat.

© SZ vom 20.11.2020 / rih, Reuters, dpa
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