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Devisen, Rohstoffe:Konjunkturdaten treiben Euro an

Der Euro verzeichnet nach Daten zum Auftragseingang der deutschen Industrie Kursgewinne. Die türkische und britische Währung reagieren auf Notenbankentscheidungen.

Konjunkturdaten haben am Donnerstag den Euro nach oben gehievt. Die Gemeinschaftswährung lag 0,4 Prozent höher bei 1,2050 Dollar. So fiel der Auftragseingang der deutschen Industrie im März mit plus drei Prozent fast doppelt so hoch aus wie erwartet. "Der fortgesetzt gute Trend bei den Auftragseingängen legt das Fundament für eine erfreuliche gesamtwirtschaftliche Erholung", sagte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Abwärts ging es dagegen für den Ölpreis. US-Leichtöl WTI verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 65,34 Dollar je Barrel. Die vielen Neuinfektionen in Indien schüren die Angst vor einer langsameren Erholung der Nachfrage, sagte Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg.

Die türkische Notenbank lässt den Leitzins trotz steigender Inflation vorerst unverändert. Der geldpolitische Schlüsselsatz blieb bei 19 Prozent. Zudem bekräftigten sie, den Satz über der Inflationsrate zu halten. Die Notenbank erwartet, dass die Teuerung sich allmählich abschwächt, nachdem sie infolge des Kurssturzes der Lira auf über 17 Prozent gestiegen war. Die türkische Währung verzeichnete daraufhin Kursgewinne. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro um 0,7 Prozent auf 10,05 Lira. Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte Mitte März überraschend Notenbankchef Naci Agbal durch Sahap Kavcioglu ersetzt - einen erklärten Gegner einer straffen Geldpolitik. Seitdem hat die Lira rund 13 Prozent an Wert verloren.

Nach der Zinsentscheidung der Bank of England ging die britische Währung auf Achterbahnfahrt. Zuletzt lag das Pfund 0,5 Prozent tiefer bei 1,1526 Euro. Die Notenbanker tasteten den Leitzins nicht an, wollen aber das Tempo bei ihren Anleihekäufen drosseln. Das Gesamtvolumen bleibe aber bei 895 Milliarden Pfund. Damit werde das Ankaufprogramm zeitlich gestreckt, sagte NordLB-Analyst Bernd Krampen. Eine erste Zinserhöhung sei allerdings frühestens im Jahr 2023 zu erwarten.

© SZ vom 07.05.2021 / rih, Reuters, dpa
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