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Devisen, Rohstoffe:Gold ist weiter gefragt

Die Furcht vor einer zweiten Coronavirus-Infektionswelle und einer anziehenden Inflation durch billionenschwere Konjunkturhilfen macht Gold attraktiv. Die Ölpreise verbilligen sich.

Der Euro hat sich am Dienstag von seinen Tagesverlusten erholt. Am Abend kostete die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1236 Dollar nahezu so viel wie am Vorabend, nachdem sie zeitweise knapp unter die Marke von 1,12 Dollar gefallen war. Die Anleger waren wegen der angespannten Corona-Lage insbesondere in den USA und Südamerika besorgt.

Die US-Währung war daher als weltweite Reservewährung gefragt. Pandemie-Sorgen und die Furcht vor einer anziehenden Inflation durch die billionenschweren Konjunkturhilfen von Notenbanken und Staaten bescherten in den vergangenen Monaten Gold kräftige Kursgewinne. Die so genannte Antikrisen-Währung übersprang mit einem Preis von 1785 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) ihr in der vergangenen Woche erreichtes Acht-Jahres-Hoch. Kupfer winkte mit einem Plus von mehr als 26 Prozent auf aktuell 6014 Dollar je Tonne gar der größte Quartalsgewinn seit zehn Jahren. Das Industriemetall profitiere doppelt von der Virus-Krise, sagte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank. "Während es auf der Angebotsseite durch temporäre Minenschließungen zu Ausfällen kommt, sinken wegen der starken Nachfrage in China die dortigen Lagerbestände rapide." Dank der weltweiten Konjunkturprogramme zur Überwindung der Pandemie-Folgen, dem Trend zur Elektromobilität und den Ausbau des neuer Mobilfunknetze mit 5G stehe Kupfer eine glänzende Zukunft bevor.

Die Aussicht auf wieder steigende Exporte des Bürgerkriegslandes Libyen setzte dem Ölpreis zu. Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 1,4 Prozent auf 41,14 Dollar je Barrel. Der Preis für US-Leichtöl WTI sank um 0,8 Prozent auf 39,38 Dollar. Der staatliche Ölkonzern NOC erwartet nach internationalen Verhandlungen eine Aufhebung der Ausfuhr-Blockade durch die Milizen im Osten Libyens.

© SZ vom 01.07.2020 / rih, Reuters, dpa
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