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Devisen, Rohstoffe:Euro gibt erneut nach

Die europäische Gemeinschaftswährung knüpft an die Kursverluste der vergangen Tage an. Anleger am Devisenmarkt greifen angesichts der Entwicklung in der Korona-Krise lieber zur Weltleitwährung Dollar.

Der Euro hat am Freitag seinen Abwärtstrend der vergangenen Tage fortgesetzt. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel um 0,4 Prozent auf 1,1626 Dollar, den tiefsten Stand seit Ende Juli. Anfang September hatte der Euro noch kurzzeitig über 1,20 Dollar notiert. Die Sorgen angesichts der weiteren Entwicklung der Corona-Krise belasteten die Gemeinschaftswährung. In wichtigen Ländern der Eurozone wie Frankreich und Spanien steigen die Neuinfektionen deutlich. Zudem fürchtet man eine Verschärfung der Lage in den kühleren Wintermonaten. Es profitiert erneut die Weltleitwährung US-Dollar. Auch der in Krisenzeiten oft gesuchte japanische Yen legte auf breiter Front zu. Unterdessen hat der Präsident der französischen Notenbank, Francois Villeroy de Galhau, seine Sympathien für ein abgeändertes Inflationsziel der Europäischen Zentralbank (EZB) zu erkennen gegeben. Der bisherige Zielwert sollte in einem "symmetrischen" Sinn verstanden werden, sagte der Franzose. Bisher strebt die EZB auf mittlere Sicht ein Ziel von knapp zwei Prozent an. Die EZB verfehlt dieses Ziel jedoch schon seit längerem. Eine Änderung könnte zu einer längerfristig noch lockereren Geldpolitik führen. Diese könnte tendenziell auch den Eurokurs schwächen.

Bei Anlegern weniger gefragt war das vor allem in Krisenzeiten begehrte Gold. Hier drückte der stärkere Dollar auf den Preis. Eine Feinunze des Edelmetalls wurde mit einem Abschlag von 0,3 Prozent bei 1863 Dollar gehandelt.

Die Ölpreise verbilligten sich etwas. Händler nannten die schlechte Stimmung an den Finanzmärkten als Grund. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete mit 41,84 Dollar um 0,3 Prozent weniger. US-Öl WTI gab um 0,6 Prozent auf 40,06 Dollar nach. Die Preisentwicklung am Rohölmarkt ist in den vergangenen Tagen stark durch die allgemeine Marktstimmung gekennzeichnet gewesen.

© SZ vom 26.09.2020 / rih, Reuters, dpa
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