bedeckt München

Devisen, Rohstoffe:Bitcoin bricht ein

Der Höhenflug von Bitcoin findet ein vorläufiges Ende. Die wichtigste und älteste Digitalwährung verliert deutlich an Wert, nachdem sich der Kurs in den vergangenen zwei Monaten fast verdoppelt hat.

Die älteste und bekannteste Kryptowährung Bitcoin hat am Donnerstag deutlich an Wert verloren. Die Digitalwährung hat es nach mehreren Anläufen nicht geschafft, ihr drei Jahre altes Rekordhoch von 19 666 Dollar zu übertreffen. Nachdem sie am Mittwoch noch bis zu rund 19 400 Dollar wert gewesen war, fiel sie bis auf 16 318 Dollar zurück. Zuletzt kostete ein Bitcoin auf der Handelsplattform Bitstamp 16 522 Dollar. Auch andere Digitalwährungen, von denen es Tausende gibt, verloren an Wert.

Der neuerliche Kurseinbruch dürfte Diskussionen auslösen, wie nachhaltig der jüngste Kursanstieg des Bitcoin ist. Optimisten hatten argumentiert, das Ansehen der Digitalwährung habe sich in den vergangenen Monaten verbessert. Genannt wurde etwa das Vorhaben des Bezahldienstes Paypal, seinen Kunden die Bezahlung in Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu ermöglichen. Profianleger hätten sich deshalb mehr für Bitcoin und Co. interessiert, lautete ein Argument. Für Kritiker hingegen dürfte der Kursabsturz nur eine Bestätigung ihrer skeptischen Haltung gegenüber Internetwährungen sein. Sie argumentieren seit jeher, die hohen Kursausschläge stünden einer Verwendung als Zahlungsmittel und Anlageform im Wege. Sie betrachten Digitalwährungen daher als reines Spekulationsobjekt.

Mit den Ölpreisen ging es trotz überraschend gesunkener US-Vorräte abwärts. Die Nordseesorte Brent verbilligte sich um 1,8 Prozent auf 47,73 Dollar je Fass. "Trotz einer Reihe starker Fundamentaldaten, die die Märkte beleben, insbesondere die Entwicklung von Impfstoffen zur Unterstützung des Öls, gibt es weiterhin belastende Faktoren", sagte Avtar Sandu vom Rohstoffbroker Phillip Futures. Dazu zählten die Lockdowns im Zuge der Verschärfung der Pandemie, die steigende Zahl der in den Vereinigten Staaten eingesetzten Bohrinseln sowie die erhöhte Produktion aus Libyen.

© SZ vom 27.11.2020 / rih, Reuters, dpa
Zur SZ-Startseite