Devisen, Rohstoffe, Anleihen:Gold bei Anlegern gefragt

Investoren zeigen sich wieder risikofreudiger. Die als "sichere Häfen" geltenden Anlagen Dollar und Staatsanleihen werden verkauft. Bei Gold greifen Anleger dagegen erneut zu.

Mit der schwindenden Furcht vor erneuten weltweiten Börsenturbulenzen haben sich Investoren am Dienstag aus "sicheren Häfen" wie der Weltleitwährung Dollar und Staatsanleihen zurückgezogen. Am Vortag hatten Investoren noch Sorge vor einem Kollaps des hoch verschuldeten Immobilienkonzerns China Evergrande, woraufhin die Aktienmärkte abrutschten und Anleger Zuflucht in anderen Anlageklassen suchten. So präsentierte sich der Euro am Abend mit 1,1729 Dollar kaum verändert. Verkäufe von Staatsanleihen trieben die Rendite der zehnjährigen Bundestitel bis auf minus 0,295 Prozent. Bei Gold griffen Investoren jedoch erneut zu. Der Preis für eine Unze des Edelmetalls stieg um 0,6 Prozent auf 1774 Dollar. Auch Silber und Platin verteuerten sich um 1,2 beziehungsweise 5,1 Prozent, Palladium stieg um 1,3 Prozent.

Nach dem Preisrutsch der Ölpreise am Vortag erholten sich die Notierungen etwas. Die Sorte Brent aus der Nordsee kostete mit 74,56 Dollar je Barrel 0,9 Prozent mehr. Die Produktionsausfälle im Golf von Mexiko durch den Wirbelsturm Ida wirkten noch nach, schrieben die Analysten der ANZ Bank. Außerdem griffen Stromversorger wegen gestiegener Preise für Gas und Kohle wieder verstärkt zu Erdöl.

Für Kryptowährungen ging die Talfahrt jedoch weiter. Ein Bitcoin wurde am Abend 2,1 Prozent tiefer bei 42 112 Dollar gehandelt. Zuvor war die größte und bekannteste Kryptowährung zeitweise um knapp acht Prozent auf ein Sieben-Wochen-Tief von 40 172 Dollar gefallen. Der kleinere Rivale Ethereum fiel um 4,1 Prozent und notierte erstmals seit Anfang August unter 3000 Dollar. Die Nervosität bei risikoreichen Anlagen bleibe hoch, sagten Börsianer. "Wir können noch keine sehr positive Sichtweise einnehmen, bevor wir nicht die nächsten Tage überstanden haben", sagte Matthew Dibb, Manager beim Krypto-Indexfondsanbieter Stack Funds.

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