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Devisen:Pfund Sterling legt zu

Die Hoffnung auf ein Verbleiben Großbritanniens in der Zollunion auch nach dem EU-Austritt gibt der britischen Währung Auftrieb. Der Euro hält sich trotz eines deutlich eingetrübten Wirtschaftsklimas im Euroraum stabil.

In der Hoffnung auf eine nahende Einigung bei den seit Monaten laufenden Brexit-Verhandlungen haben sich Anleger am Montag mit der britischen Währung eingedeckt. Das Pfund Sterling legte zeitweise um 0,7 Prozent auf 1,3062 Dollar zu. Grund für die Zugewinne bei der britischen Währung war Börsianern zufolge ein Bericht der Zeitung Sunday Times, wonach die britische Premierministerin Theresa May die größte Hürde in den zähen Unterredungen mit der Europäischen Union aus dem Weg geräumt hat. May habe die Zusicherung aus Brüssel erhalten, dass Großbritannien auch nach dem EU-Austritt in der Zollunion bleiben könne, um eine "harte Grenze" zwischen der britischen Provinz Nordirland und dem EU-Mitgliedsstaat Irland zu vermeiden, berichtete das Blatt.

Trotz eines sich kräftig eintrübenden Wirtschaftsklimas in der Eurozone startete der Euro zum Dollar mit leichten Gewinnen in die neue Woche. Die Gemeinschaftswährung überwand die Marke von 1,14 Dollar und kostete zuletzt mit 1,1412 Dollar einen viertel US-Cent mehr als am Freitag. Wie das Münchner Ifo-Institut unter Berufung auf seine vierteljährliche Umfrage unter 370 Experten mitteilte, sackte das entsprechende Barometer für das viertel Quartal auf 6,6 Zähler von 19,6 Punkten ab. Die Befragten korrigierten sowohl ihre Lageeinschätzung als auch ihre Erwartungen kräftig nach unten. "Die Konjunktur im Euroraum steuert auf unruhiges Fahrwasser zu", erklärte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Angesichts des internationalen Zollstreits senkten die Experten zugleich ihre Exporterwartungen für den Euroraum. Gleichzeitig erwarten sie nun vermehrt, dass die kurz- und langfristigen Zinsen in den nächsten sechs Monaten steigen werden und dass der Dollar weiter an Wert zulegen wird. Die Prognose für die Inflationsrate in diesem Jahr hoben sie minimal auf 1,8 Prozent an: "Das Vertrauen der Experten in die Wirtschaftspolitik schwindet weiter", fasste Fuest zusammen.