Devisen Pfund auf Berg- und Talfahrt

Am Devisenmarkt zeigen sich Anleger verunsichert. Vor dem Misstrauensvotum gegen die britische Premierministerin Theresa May schwankt die Landeswährung.

Die britische Landeswährung ging auf Berg- und Talfahrt, nachdem die Nachricht von einem Misstrauensvotum gegen Premierministerin Theresa May bekannt wurde. Nachdem das Pfund bis auf 1,2479 gefallen war, kostete es am Abend mit 1,2638 um 1,2 Prozent mehr als am Vortag. Nach der Absage des Brexit-Votums im Unterhaus hatten immer mehr Konservative ein Misstrauensvotum gegen May angestrebt. Die erforderliche Zahl an Anträgen konservativer Abgeordneter wurde am Mittwoch erreicht. Eine Abstimmung war noch für den Abend geplant. Nach Aussagen von Justizminister David Gauke müsste der für Ende März geplante EU-Ausstieg im Falle einer Niederlage von May wohl verschoben werden. "Wie auch immer die Abstimmung ausgeht, eine immense Verunsicherung wird bleiben", sagte Devisenexperte Neil Wilson vom Handelshaus Markets.com. Das Pfund könne sich in der Folge weiter abschwächen. "Die grundsätzliche Frage für das Pfund ist nicht, wer die Regierung anführt, sondern was das für den Brexit bedeutet."

Der Euro legte nach den Kursverlusten vom Vortag zu. Die Gemeinschaftswährung wurde mit 1,1366 Dollar gehandelt, nach 1,1314 Dollar am Vorabend.

Italien macht nach wochenlangem Streit mit der EU-Kommission um seinen Haushaltsentwurf nun doch Zugeständnisse. Die Neuverschuldung solle im kommenden Jahr 2,04 Prozent der Wirtschaftsleistung betragen statt wie bisher geplant 2,4 Prozent, sagte Ministerpräsident Giuseppe Conte am Mittwoch nach einem Treffen mit EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker in Brüssel. Nachdem die Ölpreise im Tagesverlauf zunächst gestiegen waren, setzte am Abend eine Gegenbewegung ein. Die US-Öllagerbestände sind zwar wie erwartet gesunken. Jedoch hatten Experten einen größeren Rückgang prognostiziert. Ein Barrel US-Leichtöl WTI kostete mit 51,11 Dollar um 1,1 Prozent weniger.