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Devisen:Dollar auf Zick-Zack-Kurs

Der Arbeitsmarkt in den USA zeigt sich in guter Verfassung. Das hilft dem Dollar zunächst nach oben. Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell zur künftigen Zinspolitik schicken ihn dann in die Gegenrichtung.

Überraschende Daten vom US-Arbeitsmarkt haben den Dollar am Freitag zunächst zu Gewinnen verholfen. In den USA war die Zahl der Stellen außerhalb der Landwirtschaft im Dezember unerwartet deutlich gewachsen. "Die US-Wirtschaft sendet ein starkes Lebenszeichen", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Der ebenfalls überraschend hohe Anstieg der Löhne sei aber ein zweischneidiges Schwert. "Stärkeres Lohnwachstum kann einen stabil hohen Privatkonsum garantieren. Allerdings kann das die US-Notenbank auch zu weiteren Zinsschritten motivieren." Spekulationen hierauf gaben dem Dollar Auftrieb. Im Gegenzug gab der Euro nach und verbilligte sich um gut einen halben US-Cent auf 1,1351 Dollar.

Als dann im weiteren Handelsverlauf US-Notenbankchef Powell mehr Flexibilität bei der Zinspolitik signalisierte und damit an den Finanzmärkten Sorgen vor einem zu straffen Kurs dämpfte, sackte der Greenback kräftig ab, während der Eurokurs auf 1,1420 Dollar anzog. Die Zentralbank sei geldpolitisch nicht auf einen Weg festgelegt, sagte der oberste US-Währungshüter am Freitag in Atlanta und fügte hinzu: "Wir werden geduldig sein und sehen, wie sich die Wirtschaft entwickelt." Die Notenbank sei stets darauf vorbereitet, ihre geldpolitische Haltung bei Bedarf auch "erheblich" anzupassen. Die US-Industrie hatte jüngst deutlich an Schwung verloren und damit unter Investoren zu Jahresbeginn Sorgen um die Konjunktur geschürt. Powell betonte, die Konjunkturdaten deuteten dennoch daraufhin, dass die Wirtschaft mit Schwung in das neue Jahr gehe. Angesichts des Booms in den USA hatte die Fed den Leitzins im Jahr 2018 viermal auf zuletzt eine Spanne 2,25 bis 2,5 Prozent angehoben. Zudem hatte sie für 2019 zwei weitere Erhöhungen in Aussicht gestellt. Viele Händler setzen jedoch darauf, dass die Notenbank 2019 keine Straffung mehr folgen lässt, um den Aufschwung nicht zu gefährden.