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Devisen:Bitcoin droht mehr Kontrolle

Der Kursanstieg des Bitcoin kennt kein Halten. Schon hat die älteste Cyberwährung die nächste Marke im Visier. Auf die Branche könnte in Zukunft eine stärkere Prüfung und Regulierung zukommen.

Wenige Tage nach dem Sprung über die Marke von 20 000 Dollar nimmt der Bitcoin die nächste Schwelle ins Visier. Die älteste und wichtigste Cyber-Devise stieg am Montag um 12 Prozent auf 27 473 Dollar, nachdem sie am Wochenende zeitweise auf ein Rekordhoch von 28378 Dollar gestiegen war. Zuletzt lag die Devise bei 27 076 Dollar.

Dabei gibt es gleich mehrere Gründe, warum die Cyber-Währung Bitcoin bei Anlegern so gefragt ist. Die Fans preisen Bitcoin als Inflationsabsicherung in einer Zeit beispielloser Freigiebigkeit der Notenbanken an. Wall-Street-Veteranen von Paul Tudor Jones bis zu Stanley Druckenmiller lobten es als alternativen Vermögenswert, was die Rally verstärkte. Und Unternehmen wie MicroStrategy Inc. und Square Inc. haben Bargeldreserven in Krypto investiert, um bessere Erträge als mit Zinsen nahe Null zu erzielen. Dies signalisiert eine wachsende Akzeptanz von Krypto als eigene Anlageklasse. "Was jetzt passiert - und es passiert schneller, als sich irgendjemand vorstellen kann - ist, dass Bitcoin sich von einem esoterischen Vermögenswert am Rande zum Mainstream hin bewegt", sagte Matt Hougan, Chief Investment Officer von Bitwise Asset Management.

Aber mit der größeren Aufmerksamkeit, die Bitcoin auf sich zieht, könnte es auch stärker ins Visier der Aufsichtsbehörden geraten, sagte Guy Hirsch von der Online-Handelsplattform eToro. Mit Joe Biden im Weißen Haus könnten auf die Branche in Zukunft eine genauere Prüfung und strengere Regulierung zukommen, sagen Strategen und Investoren. Viel hängt natürlich davon ab, wer Schlüsselpositionen innerhalb der Regierung erhält. Janet Yellen, die als Finanzministerin in der Regierung Biden nominiert ist, hat in den letzten Jahren die Anleger vor Bitcoin gewarnt. Sie bezeichnete die Digitalwährung als "hochspekulativen Vermögenswert" und als "keinen stabilen Wertspeicher". Prognosen über die weitere Entwicklung sind schwierig. Viele Investoren sehen aber einen weiteren Anstieg im nächsten Jahr.

© SZ vom 29.12.2020 / rih, Bloomberg
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