Devisen, Anleihen, Rohstoffe:Fed schwächt den Dollar

Die Zinsentscheidung der US-Notenbank belastet den Dollar und treibt den Euro entsprechend nach oben. Angesichts der anhaltend lockeren Geldpolitik der Fed greifen viele Anleger zu Gold.

Der Euro hat am Donnerstag seine Kursgewinne vom Vorabend ausgebaut. Die Gemeinschaftswährung stieg auf 1,1890 Dollar und lag damit so hoch wie seit Anfang Juli nicht mehr. Auftrieb erhielt der Euro von einem schwächeren Dollar, der durch Beschlüsse der US-Notenbank Fed vom Mittwochabend belastet wurde. Zwar gab die Fed nach ihrer Zinssitzung Hinweise auf eine absehbar weniger großzügige Geldpolitik. Zentralbankchef Jerome Powell blieb aber vage und erklärte, dass insbesondere die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch nicht ausreiche, um konkreter werden zu können. Unterstützung erhielt der Euro zudem von Konjunkturdaten aus der Eurozone. Dort war das Geschäftsklima im Zuge der Lockerungsmaßnahmen in der Pandemie auf ein Rekordhoch gestiegen.

Angesichts der anhaltend lockeren Geldpolitik griffen viele Anleger zu Gold. Die Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um mehr als ein Prozent auf 1831 Dollar.

Verkauft wurden hingegen deutsche Staatsanleihen. Die Rendite der maßgeblichen zehnjährigen Bundesanleihe stieg im Gegenzug von minus 0,447 zeitweise auf minus 0,424 Prozent. Auslöser für die Verkäufe war eine sprunghaft angestiegene Inflation in Deutschland im Juli auf 3,8 Prozent zum Vorjahresmonat. Im Juni waren es noch 2,3 Prozent.

Am Ölmarkt zogen die Preise weiter an. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete mit 76,09 Dollar 1,8 Prozent mehr als am Vorabend. Der Preis für die US-Sorte WTI stieg ebenfalls um 1,7 Prozent auf 73,64 Dollar. Auftrieb erhielten die Ölnotierungen vom schwächeren Dollar. Da Rohöl in der US-Devise gehandelt wird, vergünstigt ein fallender Dollar den Rohstoff für Interessenten außerhalb des Dollarraums und steigert häufig deren Nachfrage. Unterstützung erhielt der Ölmarkt auch durch Lagerdaten aus den USA. Die Bestände an Rohöl waren n in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit Anfang 2020.

© SZ vom 30.07.2021 / cikr, Reuters, dpa
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