Devisen, Anleihen, Rohstoffe:Euro legt kräftig zu

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Spekulationen auf deutliche Zinserhöhungen im Euroraum treiben die Gemeinschaftswährung nach oben. Auch an den Rohstoffmärkten ziehen die Preise an. Hier hoffen Händler auf eine steigende Nachfrage.

Die Möglichkeit rascherer Zinserhöhungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hat die Anleger am Devisenmarkt zum Kauf von Euro veranlasst. Die zuletzt schwächelnde Gemeinschaftswährung verteuerte sich um mehr als einen US-Cent auf 1,0543 Dollar. Genährt werden diese Spekulationen vom EZB-Ratsmitglied Klaas Knot, der eine Anhebung der Schlüsselsatzes um einen halben Prozentpunkt nicht ausschließt, sollte der Teuerungsdruck weiter zunehmen.

Am Anleihenmarkt verstärkten Knots Aussagen dennoch den Verkaufsdruck. Im Gegenzug stieg die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen auf 1,063 Prozent.

Auch der Druck auf die Bank von England (BoE), ihre Geldpolitik schneller zu straffen, erhöhte sich, nachdem die Arbeitslosenquote in Großbritannien auf den niedrigsten Stand seit 48 Jahren gefallen war. Gleichzeitig hatten die Löhne überraschend stark um sieben Prozent zugelegt. Das Lohnwachstum könnte schnell zu einem weiteren Inflationstreiber werde, warnte Analystin Susannah Streeter vom Brokerhaus Hargreaves Landsdown. Das Pfund Sterling gewann bis zu 1,5 Prozent auf 1,2498 Dollar, so viel wie zuletzt vor eineinhalb Jahren.

Spekulationen auf ein Auslaufen der Corona-Beschränkungen in China trieben die Preise für Rohstoffe nach oben. In der Hoffnung auf eine Erholung der Nachfrage bei Kupfer griffen die Anleger zu dem Industriemetall, das sich um 1,8 Prozent auf 9434 Dollar je Tonne verteuerte. "Das nächste, woran der Markt denkt, ist die Wiedereröffnung in Shanghai, da die Corona-Fälle in den Kommunen seit drei Tagen bei Null liegen", sagte ein Metallhändler. Auch am Rohölmarkt zogen die Notierungen zunächst weiter an, konnten die Gewinne jedoch nicht halten. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich in der Spitze um 1,3 Prozent auf 115,47 Dollar je Barrel, am späten Abend kostete ein Fass nur noch 111,89 Dollar.

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