Süddeutsche Zeitung

Devisen, Anleihen, Rohstoffe:Euro fällt deutlich unter 1,05 Dollar

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Neue Inflationsdaten belasten die Gemeinschaftswährung, die deutlich unterhalb der 1,05-Dollar-Marke notiert. Bundesanleihen sind hingegen begehrt, das drückt deren Renditen nach unten.

Am Devisenmarkt ist der Euro am Mittwoch erneut unter die Marke von 1,05 Dollar gefallen. Am Abend notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,0441 Dollar. Die überraschend niedrige Inflation in Deutschland verhalf der Gemeinschaftswährung nur kurz zu leichten Gewinnen. Experten bewerteten den Rückgang der Teuerungsrate im Juni auf 7,6 Prozent als vorübergehenden Effekt, hervorgerufen durch den Tankrabatt und das Neun-Euro-Ticket. Der Druck auf die Europäische Zentralbank, die Leitzinsen deutlich zu erhöhen, bleibe daher hoch. Nach der Veröffentlichung der Verbraucherpreise griffen die Anleger zu deutschen Staatsanleihen. Im Gegenzug gab die Rendite der wichtigen zehnjährigen Bundesanleihe von 1,64 Prozent auf 1,51 Prozent nach. Die Befürchtung, dass sich das Angebot an Rohöl verknappen könnte, trieb die Ölpreise weiter nach oben. Ein Fass der Öl-Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich in der Spitze um 1,8 Prozent auf 120,10 Dollar. Die Besorgnis über eine Verknappung aufgrund westlicher Sanktionen gegen Russland überwog die Ängste vor einer Nachfrageschwäche im Zuge einer möglichen Rezession. Am späten Mittwochabend drückten dann die neuesten Daten zu den US-Öl-Lagerbeständen die Preise für Rohöl wieder nach unten.

Der Rubel stieg auf den höchsten Stand seit mehr als sieben Jahren. Dabei wurde die russische Währung von Kapitalkontrollen gestützt. Zudem ist die Nachfrage innerhalb Russlands nach ausländischen Währungen nur schwach. Im Handelsverlauf bröckelten die Gewinne des Rubels aber wieder ab, nachdem der russische Finanzminister mögliche Interventionen angedeutet hatte, um den Aufwärtsdruck zu verringern. Dank der Maßnahmen, die das russische Finanzsystem vor den westlichen Sanktionen schützen sollen, ist der russische Rubel in diesem Jahr die Währung mit der bislang größten Wertsteigerung.

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SZ vom 30.06.2022 / cikr, Reuters, dpa
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