Devisen, Anleihen, Rohstoffe Euro auf Dreimonatshoch

Mit der USA-Iran-Krise kommen ein weiteres Spannungsfeld und ein Unsicherheitsfaktor hinzu. Die Anleger sind auf der Suche nach sicheren Anlagen wie Gold und Bundesanleihen.

Der Euro hat am Dienstag an seinen Aufwärtstrend der vergangenen Tage angeknüpft und ist weiter gestiegen. Der Kurs der Gemeinschaftswährung kletterte bis auf 1,1412 Dollar und lag am Abend bei knapp 1,14 Dollar. Damit war der Euro so viel wert, wie seit drei Monaten nicht mehr. Als besonders sicher empfundene Währungen waren gefragt. Der japanische Yen stieg zum Dollar auf den höchsten Stand seit Januar. Der Schweizer Franken notierte sowohl zum Dollar als auch zum Euro so hoch wie seit Sommer 2018 nicht mehr. Beide Währungen werden von Anlegern als sicherer Rückzugsort in ungewissen Zeiten geschätzt.

Sorgen bereiteten Investoren die wachsenden Spannungen zwischen den USA und Iran. Tom O'Sullivan, Gründer der Beratungsfirma Mathyos, kritisierte die US-Sanktionen gegen führende Persönlichkeiten Irans. "Dies macht Gespräche oder Verhandlungen zur Überwindung der Krise praktisch unmöglich." Der Ölpreis legte zu. Die Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 0,7 Prozent auf 65,29 Dollar je Barrel (159 Liter). Die Furcht vor den Folgen des Zollstreits zwischen den USA und China für die Weltwirtschaft überlagere andere Faktoren, sagte Experte O'Sullivan.

Die "Antikrisen-Währung" Gold war mit 1438,63 Dollar je Feinunze zeitweise so teuer, wie zuletzt vor sechs Jahren. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, eines anderen "sicheren Anlagehafens", fiel auf ein Rekordtief von minus 0,332 Prozent. Einige Investoren flüchteten zudem in Bitcoin. Der Kurs der ältesten und wichtigsten Cyberdevise kletterte bis auf 11 509 Dollar. Die Diskussion um die Facebook-Kryptowährung "Libra" und das wachsende Interesse institutioneller Anleger dürfe aber über eines nicht hinwegtäuschen, warnte Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com: "Am Ende handelt es sich wieder um eine Spekulationsblase."