Devisen, Anleihen, Rohstoffe:Dollar schwächelt

Enttäuschende Daten zur Konjunktur in den USA setzen die Währung des Landes unter Druck. Im Gegenzug steigt der Euro-Kurs. Aus Sorge vor einer anziehenden Inflation greifen einige Anleger zu Bundesanleihen und Gold.

Enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA haben den Dollar am Dienstag geschwächt. Im Gegenzug stieg der Euro bis auf 1,1836 Dollar, nachdem er im Vormittagshandel noch bis auf 1,1771 Dollar gefallen war. Die US-Industrie hat im Juni weniger Aufträge verbucht als erwartet. Die Betriebe sammelten 0,8 Prozent mehr Bestellungen für langlebige Gebrauchsgüter wie Flugzeuge und Maschinen ein als im Vormonat, wie das Handelsministerium in Washington mitteilte. Experten hatten mit einem Plus von 2,1 Prozent gerechnet, nach 3,2 Prozent im Mai. "Alles in allem sprechen die Auftragseingänge einer deutlichen Beschleunigung des Wachstums im zweiten Quartal nicht entgegen", sagte Helaba-Ökonom Ulrich Wortberg. Inflationsdruck und Engpässe bei Materialien und Arbeitskräften bleiben aber Risiken für den weiteren Aufschwung der Industrie und damit der Wirtschaft insgesamt. Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) erwartet weltweit kräftiger steigende Verbraucherpreise - warnte die Notenbanken aber vor einer raschen Abkehr von der Politik des billigen Geldes, bis mehr Klarheit über die zugrunde liegende Preisdynamik besteht. Einige Investoren griffen daher zu "sicheren Häfen" wie Bundesanleihen und drückten so die Rendite der zehnjährigen inflationsindexierten Titel auf ein Zwei-Jahres-Tief von minus 1,792 Prozent. Auch die "Anti-Inflationswährung" Gold verteuerte sich um 0,4 Prozent auf 1805 Dollar je Feinunze. Mit Spannung warteten Börsianer auf die Ergebnisse der Beratungen der US-Notenbank an diesem Mittwoch.

Die Ölpreise zogen zeitweise wieder an. Die Anleger hofften, dass ein knappes Angebot und steigende Impfraten dazu beitragen, etwaige Auswirkungen der sich weltweit ausbreitenden Delta-Variante des Coronavirus auf die Nachfrage auszugleichen. Ein Fass der Sorte Brent kostete zeitweise 75 Dollar, das waren 0,7 Prozent mehr als am Vortag.

© SZ vom 28.07.2021 / SZ, Reuters, dpa
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