Deutschlands jüngster Börsenhändler:Millionen per Knopfdruck bewegt

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Im Jahr 1999 kam der Halbkoreaner an die Börse Stuttgart. Er fing an im Call-Center, suchte aber rasch das Gespräch mit den Händlern auf dem Parkett.

Schon nach wenigen Wochen trat Roland Hirschmüller, Roths jetziger Chef, an ihn heran und bot einen Job bei der Baader Wertpapierhandelsbank - Alter hin oder her. "Johannes kannte sich sehr gut aus beim Neuen Markt", sagt Hirschmüller. "Ich hatte das so selten erlebt." Er spreche fließend englisch und koreanisch, das sei beim internationalen Aktienhandel ein Vorteil.

Kein Vordiplom - aber einen Job

So kam es also, dass der 20-jährige Roth zwar noch kein Vordiplom in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Stuttgart-Hohenheim hatte - dafür aber einen Job an der Börse. "Seit 12 Jahren beobachte ich die Märkte, das bringt unheimlich viel Erfahrung. Das Studium ist da weniger wichtig", sagt Roth; er hat es im vergangenen Jahr trotzdem beendet.

Während die Studienkollegen mitten in der Bewerbungsphase stecken, ist er in seinem "Büro", das aus einem Schreibtisch auf dem Börsenparkett besteht, das in Wirklichkeit ein Teppichboden ist.

Atemberaubende Geschwindigkeit

Sechs Bildschirme, links befinden sich die ständig aktualisierten Kurstabellen sowie ein Fernseher mit Wirtschaftsnachrichten und einem Newsticker, rechts die Ordertabelle, die immer länger wird, und in der Mitte das Orderbuch. Mit atemberaubender Geschwindigkeit tippt Roth Buchstaben- und Zahlenkombinationen ein und führt durch den Knopfdruck Enter die Order aus, die Banken im Namen ihrer Kunden in Auftrag geben.

Es geht es um Millionen Euro, mehrere tausend Mal am Tag. "Natürlich hat man als Vorgesetzter Sorge, dass die Jungen zu riskant agieren", sagt Roland Hirschmüller. "Da muss man in seinen Mitarbeiter schon viel Vertrauen haben." Das hat er. Hirschmüller ist nicht Gekko, Roth ist nicht Fox, und er hat trotzdem einen Job. Film bleibt Film, und das hier ist die Realität.

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