GeldVerbände fordern Gesetz zum Schutz von Barzahlungen

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„Unser Ziel ist, dass alle Menschen in Deutschland wählen können, wie sie bezahlen möchten – digital oder bar“, heißt es in dem Aufruf.
„Unser Ziel ist, dass alle Menschen in Deutschland wählen können, wie sie bezahlen möchten – digital oder bar“, heißt es in dem Aufruf. Robert Michael/dpa

Verbrauchervertreter warnen vor größeren Schwierigkeiten, problemlos bar zu bezahlen. Darauf angewiesen seien besonders Menschen in prekären Lebenslagen sowie, Kinder und Jugendliche.

Verbraucher- und Sozialverbände fordern stärkere Absicherungen für unproblematische Bezahlmöglichkeiten mit Bargeld. In einem gemeinsamen Appell rufen 14 Organisationen die Bundesregierung zu einem Gesetz mit Schutzregeln dafür auf. „Es soll sicherstellen, dass Bargeld grundsätzlich als Zahlungsmittel akzeptiert wird, und alle Menschen kostenfrei und barrierefrei in angemessener Nähe Zugang zu Bargeld haben – sei es über Geldautomaten oder andere Lösungen“, heißt es in dem Aufruf.

„Unser Ziel ist, dass alle Menschen in Deutschland wählen können, wie sie bezahlen möchten – digital oder bar. Niemand soll ausgeschlossen werden, weil er oder sie bar zahlen möchte oder muss“, erklären die Verbände. Dafür müsse Bargeld hierzulande „zukunftsfest“ gemacht werden. Für Verbraucher werde es schwieriger, bar zu zahlen – etwa an SB-Kassen, an denen es oft nur mit Karte gehe. Zugleich würden Abheben und Einzahlen von Bargeld immer aufwendiger.

Hinter dem Aufruf stehen unter anderem der Verbraucherzentrale Bundesverband, der Paritätische Gesamtverband, der Sozialverband VdK, die Arbeiterwohlfahrt und die Sozialdienste der evangelischen und katholischen Kirche, Diakonie und Caritas. Darunter sind auch das Deutsche Kinderhilfswerk, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen sowie Verbände der Schaustellerbranche und das Bäckerhandwerk.

Die Probleme verstärkten sich gegenseitig, warnen die Verbände: Weniger Zugangsmöglichkeiten zu Bargeld erhöhten die Hürden fürs Barzahlen, was zu sinkender Nutzung führe und wiederum das Angebot weiter einschränke. Für Handel und Handwerk stiegen die Kosten fürs Annehmen von Bargeld und für Wechselgeld. Zugleich sinke die Zahl der Geldautomaten. Auszahlungen in Geschäften seien weder flächendeckend noch überall kostenfrei möglich. Auf dem Land müsse man weitere Wege zurücklegen, um Bargeld zu erhalten. In dem Appell unterstreichen die Verbände die Bedeutung der Barzahlung, die unabhängig von einem Bankkonto und Zugang zum Internet verwendet werden kann. Darauf angewiesen seien besonders Menschen in prekären Lebenslagen, Kinder und Jugendliche. Aktivitäten von Vereinen, Kirchengemeinden, Schulen und anderen ehrenamtlichen Initiativen wie Kuchenbasare, Spendenaktionen oder Feste seien häufig nur mit Bargeld praktikabel. Mit fassbaren Münzen und Scheinen könnten Kinder außerdem den Umgang mit Geld einfach erlernen.

Der Handelsverband Deutschland hatte kürzlich erläutert, dass Geschäfte trotz wachsender Anteile von SB-Kassen weiterhin fast ausnahmslos Möglichkeiten zur Barzahlung anbieten. Die Handhabung werde für die Branche aber teurer und aufwendiger – wegen steigender Bearbeitungskosten, Filialschließungen und einer Konzentration auf unbare Zahlarten bei Banken. Die Logistik zu sichern, sei Voraussetzung für eine auch künftig weitreichende Bargeldakzeptanz.

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