FlügeDeutsche Luftfracht profitiert von US-Zollpolitik

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Der Frankfurter Flughafen konnte seinen Platz als führender Frachtflughafen Europas zurückerobern.
Der Frankfurter Flughafen konnte seinen Platz als führender Frachtflughafen Europas zurückerobern. Sebastian Gollnow/dpa
  • Die Luftfracht in Deutschland stieg 2025 um 1,6 Prozent auf knapp fünf Millionen Tonnen, weil Unternehmen wegen angekündigter US-Zölle ihre Lager füllten.
  • Bei Passagierflüge liegt Deutschland international zurück. Deutsche Flughäfen erreichten 2025 nur 90 Prozent des Vor-Corona-Niveaus bei Flugverbindungen, während der europäische Durchschnitt bei 108 Prozent lag.
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Das Frachtaufkommen ist leicht gestiegen – dank der angekündigten US-Zöllen. Auch Passagierflüge wurden wieder beliebter. Im internationalen Vergleich steht Deutschland dennoch schlecht da.

Die Luftfracht in Deutschland hat im vergangenen Jahr von der US-Zollpolitik profitiert. Das Aufkommen stieg 2025 leicht um 1,6 Prozent auf knapp fünf Millionen Tonnen, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) am Mittwoch in Berlin mitteilte. Treiber waren demnach vor allem temporäre Nachfragespitzen, da Unternehmen wegen der bevorstehenden Zollerhöhungen ihre Lager in den USA füllten. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hatte im April 2025 den Einfuhrzoll auf Autos und Autoteile auf 25 Prozent erhöht. Im August wurde ein genereller ‌Zoll von 15 Prozent eingeführt.

Der größte deutsche Flughafen ⁠Frankfurt konnte seinen Spitzenplatz als führender Frachtflughafen Europas zurückerobern. Europaweit und global legte das Frachtaufkommen sogar noch stärker zu: Es stieg um etwa drei Prozent.

Passagierflüge noch nicht wieder auf Vor-Corona-Niveau

Mit Blick auf Passagierflüge zeichnet der BDL ein düsteres Bild von Deutschland. Die deutschen Flughäfen zählten mit knapp 220 Millionen Passagieren zwar 3,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Wachstum hinke jedoch dem europäischen und globalen Trend zunehmend hinterher, heißt es vom Verband. Das Angebot an Flugverbindungen habe hierzulande 2025 nur knapp 90 Prozent des Niveaus von 2019 erreicht, also dem Jahr vor der Corona-Pandemie. Im restlichen Europa lag der Wert im Schnitt bei 108 Prozent: 18 Länder ‌erreichten mindestens das Vor-Corona-Niveau und bis ‌zu 29 Prozent Wachstum. 14 Länder lagen unter dem Volumen von 2019.

Für das erste Halbjahr dieses Jahres erwartet der Verband nur zwei Prozent mehr Sitzplatzangebot. „Während in Europa so viel geflogen wird wie nie zuvor, bleibt Deutschland weiter abgekoppelt vom Luftfahrt-Boom“, ‌sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Joachim Lang. Dies sei ein „ernstes Warnsignal für die internationale Anbindung unseres Wirtschaftsstandortes“. Es mangelt demnach vor allem an Inlandsflügen und Angeboten der Billigflieger, denen die staatlichen Kosten durch Steuern und Gebühren zu hoch sind.

Die Bundesregierung hatte Ende letzten Jahres beschlossen, von Juli an die ⁠25-prozentige Erhöhung der Luftverkehrsteuer vom Mai 2024 zurücknehmen. Der BDL ‌sieht das ‌als ersten Schritt in die richtige Richtung und fordert weitere Entlastungen. Umweltverbände kritisierten das als kontraproduktiv für den Klimaschutz.

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