AußenhandelChina erstmals seit 2010 nicht in Top fünf der deutschen Exportziele

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Ein Containerfrachter im Hamburger Hafen.
Ein Containerfrachter im Hamburger Hafen. IMAGO/Markus Tischler

Sowohl Großbritannien als auch Italien sind inzwischen wichtiger als Absatzmarkt für deutsche Produkte. Die meisten Exporte gehen in die USA, aber auch dort gibt es Probleme.

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China wird einer Studie zufolge in diesem Jahr erstmals seit 2010 nicht mehr zu den fünf wichtigsten deutschen Exportkunden gehören. Die Warenausfuhren in die Volksrepublik werden um zehn Prozent auf 81 Milliarden Euro einbrechen, wie die bundeseigene Wirtschaftsfördergesellschaft Germany Trade & Invest (GTAI) voraussagt. Das reiche nur noch für Rang sieben unter den wichtigsten Abnehmern deutscher Waren, nach Rang fünf im vergangenen Jahr. Sowohl Großbritannien als auch Italien ziehen damit an China vorbei.

GTAI-Expertin Christina Otte nennt zwei Gründe für den Abwärtstrend: „Zum einen schwächelt der chinesische Binnenmarkt. Zum anderen produzieren immer mehr deutsche Anbieter vor Ort, statt dorthin zu exportieren.“ Der Anteil Chinas an den deutschen Exporten werde deshalb im zu Ende gehenden Jahr auf 5,2 Prozent fallen. Zum Vergleich: 2021 lag er noch bei rund 7,5 Prozent.

China ist für die deutschen Exporteure nicht der einzige Problemfall. Die Ausfuhren in die USA dürften laut der Prognose der Experten sogar um 7,3 Prozent auf knapp 150 Milliarden Euro einbrechen. Damit blieben die Vereinigten Staaten aber mit Abstand wichtigster Zielmarkt für deutsche Waren vor Frankreich, den Niederlanden und Polen. Die GTAI rechnet damit, dass deutsche Exporteure auch 2026 Einbußen im US-Geschäft verzeichnen werden. Nach dem starken Rückgang in diesem Jahr werde das Minus aber wohl geringer ausfallen.

Bei etwa 1,6 Billionen Euro liegt der Wert der deutschen Exporte in diesem Jahr, wenn man alle Branchen zusammennimmt. Bereits das dritte Jahr hintereinander gibt es so gut wie keine Steigerung, die Exporte verharren auf dem Niveau des Jahres 2022. Während die Ausfuhren in der Nahrungsmittelbranche mit mehr als sechs Prozent zulegten und auch in der Chemieindustrie ein leichtes Plus zu verzeichnen ist, gab es im Maschinenbau ein Minus von zwei Prozent. Zu den Verlierern gehört mit minus 3,2 Prozent auch die Kfz-Branche, die unter einer Verkaufsschwäche in China leidet.

Die deutschen Importe legen der Hochrechnung zufolge 2025 um 4,4 Prozent auf 1,4 Billionen Euro deutlich stärker zu als die Exporte. Der Handelsbilanzüberschuss sinke in der Folge auf 195,4 Milliarden Euro. „Das ist – mit Ausnahme der Corona-Jahre 2020 bis 2022 – der niedrigste Wert seit 2012“, hieß es. China ausgenommen, verzeichne Deutschland mit allen wichtigen Warenlieferanten große Außenhandelsüberschüsse, so GTAI. Das Defizit im Handel mit China werde auf einen Rekordwert von 87 Milliarden Euro zulegen.

Die Einfuhren aus der Volksrepublik dürften demnach um mehr als sieben Prozent auf rund 168 Milliarden Euro steigen. Damit würden zwölf Prozent aller deutschen Importe aus China kommen. „Die Entwicklungen offenbaren, dass ein De-Risking von China importseitig nur schleppend vorankommt“, sagte GTAI-Expertin Otte.

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