KonjunkturIst Deutschland wieder der „kranke Mann Europas“?

Lesezeit: 7 Min.

Lina Moreno/SZ; Imago

Wie vor 25 Jahren ist die Bundesrepublik  das Wachstumsschlusslicht  in der EU. Doch der Vergleich mit der Vergangenheit hinkt – denn in manchen Bereichen steht Deutschland heute besser da, in anderen dramatisch schlechter.

Von Claus Hulverscheidt und Roland Preuß, Berlin

Der Bundeskanzler umklammerte mit beiden Händen das Rednerpult im Plenarsaal des Bundestags, rückte seinen Stapel Papier zurecht und hob dann mit ernster Miene an. „Wir werden, meine sehr verehrten Damen und Herren, Leistungen des Staates kürzen, Eigenverantwortung fordern und mehr Eigenleistung von jedem Einzelnen abfordern müssen“, sagte er. Alle müssten beitragen, Unternehmer wie Arbeitnehmer, Freiberufler wie Rentner. Niemand, so die Botschaft, könne sich aus der Verantwortung stehlen, wenn es darum gehe, dem „kranken Mann Europas“ wieder auf die Beine zu helfen. Dem kranken Mann namens Deutschland.

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