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Deutscher Mittelstand:Was macht eigentlich... Lutz Goebel?

Der Mittelstand gilt als Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Aber womit verdienen die Familienunternehmer eigentlich ihr Geld? Wir stellen einige von ihnen in regelmäßiger Folge vor. Diesmal: ein Gespräch mit Lutz Goebel, Chef des Maschinenbau-Gruppe Henkelhausen, über Notstromaggregate, Krankenhäuser - und besonders vorsichtige Haushalte.

SZ: Was machen Sie eigentlich?

Lutz Goebel: Wir sind Dienstleister für Diesel- und Gasmotoren. Wir kaufen Industriemotoren von großen Herstellern wie Deutz, MWM oder MTU und veredeln sie. Wir bauen daraus Notstromaggregate und Blockheizkraftwerke.

Haben Sie keine Angst, dass einer Ihrer großen Lieferanten mal sagt, mit Henkelhausen mache ich das nicht mehr, ich habe einen besseren Partner gefunden?

Nein. Die wissen, was sie an uns haben. Wir zählen zu den größten Abnehmern weltweit. Wir sind sehr innovativ. Der Trend geht eher in die andere Richtung. Die Aufträge werden eher mehr als weniger.

Wo steht denn Ihr größtes Notstromaggregat?

Eines der größten haben wir im vergangenen Jahr für die Telekom in Köln gebaut. Die Leistung liegt bei 2.500 Kilowatt.

Was kostet so etwas?

Etwa 2,5 Millionen Euro.

Wie viele private Haushalte könnte so ein Aggregat versorgen?

Etwa 40 Vier-Personen-Haushalte ein Jahr lang.

Kommt es denn häufig vor, dass die Energieversorgung über Notstromaggregate läuft?

Relativ selten. Aggregate sind nur für den Ernstfall gedacht. Es gibt Überlegungen, die Aggregate auch zu nutzen, um in Spitzenzeiten Strom zu erzeugen.

Die Firma

Henkelhausen Gruppe

  • Firmensitz: Krefeld
  • Gegründet: 1936 durch Artur Henkelhausen; seit 1998 mehrheitlich im Besitz der Familie Goebel
  • Mitarbeiter: 280
  • Umsatz 2012: 83 Millionen Euro
  • Branche: Maschinenbau

Sind Firmen gesetzlich dazu verpflichtet, Notstromaggregate zu kaufen?

Goebel: Bestimmte Einrichtungen schon, zum Beispiel Krankenhäuser. Aber auch ohne gesetzliche Regelung hat so gut wie jeder ein Notstromaggregat - von Universitäten über Hotels bis hin zu Baumärkten.

Lohnt sich so ein Ding auch für einen privaten Haushalt?

Goebel: Nein. Das ist bei Privatleuten nur etwas für die ganz vorsichtigen, die irgendwann mit dem Blackout rechnen und glauben, wenn bei ihnen das Licht brennt und bei allen anderen nicht, gehe es ihnen gut.

Haben Sie eins?

Nein.

Lutz Goebel, Henkelhausen Gruppe

Lutz Goebel, 59, geschäftsführender Gesellschafter der Henkelhausen Gruppe und Präsident des Verbandes "Die Familienunternehmer".

(Foto: Maria Schulz)