bedeckt München 21°
vgwortpixel

Deutsche Post:Fast jeder fünfte Paketzusteller befristet

Nach einem Zeitungsbericht gibt es bei der Post viele befristete Beschäftigte. Die Firma nennt keine Zahlen.

Fast jeder fünfte Brief- und Paketzusteller bei der Deutschen Post soll nach Informationen der "Bild am Sonntag" nur einen befristeten Vertrag haben. Demnach haben etliche davon angeblich weniger als drei Monate Laufzeit. Ein Post-Sprecher sagte, man gehe generell "sehr verantwortungsbewusst mit dem Instrument der Befristung" um. Den Angaben des Berichts widersprach er nicht. Der Zeitung zufolge beschäftigte die Post im Bereich "Brief" Ende des vergangenen Jahres insgesamt 14 780 befristet eingestellte Kräfte. Hinzu kommen sollen 10 335 nicht ständig befristet Beschäftigte und sogenannte Abrufkräfte. Dagegen betonte der Post-Sprecher: "Allein letztes Jahr haben wir 9000 befristete Arbeitsplätze in unbefristete umgewandelt und zudem in diesem Jahr bereits 2500 unbefristete Jobs geschaffen." Insgesamt beschäftige der Konzern Deutsche Post DHL Group weltweit rund 520 000 Mitarbeiter, darunter 108 000 Brief- und Paketzusteller.

In der vergangenen Woche hatte es starke Kritik an der Praxis der Post gegeben, befristete Beschäftigte nicht dauerhaft zu übernehmen, wenn sie zum Beispiel eine bestimmte Zahl von Tagen krank waren oder häufiger Unfälle hatten. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte bereits angekündigt, den Einfluss des Bundes bei der Deutschen Post für eine Änderung der Einstellungspraxis zu nutzen. Er hatte damit auf Entfristungskriterien reagiert. Der Bund hält über die Staatsbank KfW knapp 21 Prozent an dem Dax-Unternehmen. Die Chefin der Kommunikationsgewerkschaft DPV, Christina Dahlhaus, äußerte Kritik an "Kettenbefristungen". Mehrere zeitlich begrenzte Verträge hintereinander seien eine "soziale Zumutung".