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Deutsche Konjunktur:Enttäuschung zum Jahresende

Konsum und Investitionen gehen zurück - und der Außenhandel kann diese Lücke nur schwer schließen. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland ist zum Jahresende ins Stocken geraten.

Der Aufwärtstrend der deutschen Wirtschaft ist vorerst gestoppt. Denn zum Jahresende ist die deutsche Wirtschaft noch einmal ins Stocken geraten. Im Herbstquartal stagnierte die Wirtschaftsleistung, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. "Damit hat sich der leichte Aufwärtstrend der Wirtschaft aus dem zweiten und dritten Quartal nicht fortgesetzt", schrieben die Statistiker.

Baustelle in Düsseldorf, Foto: AP

Baustelle in Düsseldorf: Investitionen und Konsum sind zum Jahresende zurückgegangen.

(Foto: Foto: AP)

Lediglich der Außenhandel habe zum Wachstum beigetragen: Während die Exporte gestiegen seien, gingen die Importe zurück, schrieben die Statistiker. "Die Konsumausgaben und die Investitionen gingen zurück und bremsten so das Wirtschaftswachstum."

Die Verbraucher schränkten nach dem Ende der Abwrackprämie ihre Ausgaben wieder ein. Wegen der immer noch bei weitem nicht ausgelasteten Kapazitäten hielten sich auch die Unternehmen mit dem Kauf von neuen Maschinen zurück. Noch im Sommer hatte das Bruttoinlandsprodukt um 0,7 Prozent zugelegt.

Wachstum in Sicht

Wie tief trotz der Erholung der Einbruch immer noch ist, zeigt der Vergleich mit dem Vorjahr: Hier liegt das Bruttoinlandsprodukt (BIP) - die Summe aller in Deutschland hergestellten Waren und erbrachten Dienstleistungen - um 2,4 Prozent niedriger. Im gesamten Jahr 2009 gab die Wirtschaftsleistung mit 4,9 Prozent so stark nach wie nie zuvor seit Gründung der Bundesrepublik.

Für das laufende Jahr ist wieder Wachstum in Sicht, die Bundesregierung sagte zuletzt ein Plus von 1,4 Prozent voraus. Damit dürfte aber nur ein Teil der Verluste wieder aufgeholt werden. Zudem steht auf dem Arbeitsmarkt das Schlimmste wohl noch bevor, weil bisher viele Betriebe über den Abbau von Überstunden und die Kurzarbeit um Entlassungen herumgekommen sind. Für das laufende Winterquartal sind die Aussichten überdies düster, vor allem wegen der kalten Witterung, die die Arbeit am Bau weitgehend zum Erliegen bringt. Bundesbank-Präsident Axel Weber hält sogar ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung für möglich.

© sueddeutsche.de/dpa/tob/hgn

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